Anlässlich des zweiten Jahrestages der rassistischen Morde an neun jungen Menschen in Hanau rufen wir auf zu einer Gedenkkundgebung unter dem Motto:

„Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Konsequenzen! Unsere Solidarität von Hamburg nach Hanau“

Die Kundgebung findet am Samstag den 19. Februar zum Gedenken an die Opfer der rassistischen Morde von Hanau und in Solidarität mit den Anghörigen und Überlebenden statt. Über 40 Organisationen und Vereinigungen unterstützen den Aufruf des Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR) auf der verschiedene Vertreter*innen von migrantischen und antirassistischen Initiativen, sowie auch Angehörige der Opfer aus Hanau sprechen werden.

Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau neun junge Menschen aus rassistischen Gründen erschossen. Der Täter aus der Nachbarschaft hat sich vor den Augen der Sicherheitsbehörden auf seine Tat vorbereitet wie es bereits der Täter von Halle, der dort ein Blutbad in der Synagoge anrichten wollte, und der Mörder von Walter Lübcke in Kassel tun konnten.
Das Massaker von Hanau steht in einer langen Reihe rassistischer Morde in Deutschland und deren lückenhafter Aufklärung. Die Tragweite rechten Terrors wird nach wie vor verharmlost durch die immer wiederholte These von „Einzeltätern“, die die Rolle ihrer gemeinsamen Ideologie vom „großen Austausch“ und angeblicher weißer Überlegenheit ebenso ausblendet wie die rechte Vernetzung auch in der digitalen Welt. Unerträglich sind anhaltende rassistische Hetze und Ausgrenzungsstrategien der AfD, aber auch nicht endende Debatten über Themen wie „mangelnde Integration“ und „Leitkultur“. Durch beides fühlen sich potentielle Attentäter in ihren Auffassungen bestätigt und zur Tat ermutigt.

Die Angehörigen der Mordopfer von Hanau kommen, genau wie viele andere durch rassistische Gewalttaten traumatisierte Menschen, nicht zur Ruhe. Aktuell sprechen sie im Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags über das Versagen und die Respektlosigkeit der Behörden, über deren mangelnden Aufklärungswillen und Schutz - über den "Normalzustand von institutionellem Rassismus".
Auch zwei Jahre nach dem Anschlag gibt es viele Fragen, keine Antworten, keine Konsequenzen. Die Angehörigen und Überlebenden fordern Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen! Warme Worte von oben haben die Angehörigen satt:
„Wir brauchen Taten statt Worte. Wir können nicht auf den nächsten Anschlag warten!“ hieß der eindringliche Appell aus Hanau an die Öffentlichkeit, an alle Antifaschist*innen. Daran wollen wir zum Jahrestag des Massakers erinnern und unsere Solidarität demonstrieren.

Sedat Kaya vom HBgR: „Der Anschlag in Hanau betrifft uns alle. Das war ein Anschlag auf das solidarische Miteinander und den gemeinsamen Kampf für ein besseres Leben in Deutschland. Wir stehen zusammen und begegnen dem mit einer noch stärkeren Solidarität aller Menschen unabhängig von ihrer Herkunft!“
Bei unserer Kundgebung gelten die üblichen Hygiene-Regeln für öffentliche Versammlungen.

Kundgebung: 19. Februar 2022, um 13:00 Uhr auf dem Bert-Kaempfert-Platz (U/S-Barmbek)

Hamburger Bündnis gegen Rechts