NDR.de, Dirk Hempel

Der Hamburger Cäsar Pinnau (1906-1988) war einer der erfolgreichsten deutschen Architekten der Nachkriegszeit. Er entwarf Villen und Jachten für die Reichen und Mächtigen, baute Zentralen und Fabrikgebäude für Weltkonzerne und gestaltete Schiffe wie die "Cap San Diego". Mehr als 400 Projekte hat er mit seinem Planungsbüro betrieben.

Trotzdem ist er bis heute weitgehend unbekannt. Denn er bevorzugte den traditionellen, klassizistischen Stil, war kein Vertreter der in Fachkreisen lange hoch geschätzten Moderne. Vor allem aber arbeitete er in der Zeit des Nationalsozialismus für die Spitzen des Regimes. Von seiner Verstrickung hat er sich jedoch nie distanziert. Deshalb gilt Pinnau bis heute als umstritten, wurde sein Werk in der Fachgeschichte weitgehend ignoriert. Jetzt zeigt eine Ausstellung im Altonaer Museum in Hamburg seine Arbeiten.

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bnr.de, Helmut Lölhöffel

27.09.2016 -

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Kudler gehört aufgrund ihrer Denkweise aus der Partei und der Fraktion ausgeschlossen.

Wie in Teilen unserer Bevölkerung sind nationalsozialistische Gedanken in der CDU tief verwurzelt. Auch wenn es von allen, die heute führende Funktionen haben, glaubhaft bestritten wird: es gibt nicht nur unerkannte Mitglieder, sondern sogar  Parlamentarier, die das christdemokratische Parteibuch besitzen und gleichzeitig antisemitisch denken. Solche tauchen jedenfalls von Zeit zu Zeit auf und melden sich öffentlich zu Wort.

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Pressemitteilung 28.September 2016

Antirassistische Gruppen aus Hamburg fordern, den institutionellen Rassismus des
„Ankunftszentrums“ Rahlstedt zu beenden. Am Samstag, den 1.10.2016, wird um 12
Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Break Isolation, Stop Deportation“ vom
Bahnhof Rahlstedt aus zum Ankunftszentrum am Bargkoppelstieg führen.
„Während der 'allseits beliebte' Innensenator Andy Grote von einem
„Quantensprung“ spricht, steht das sogenannte „Ankunftszentrum“ tatsächlich für
das beschleunigte selektive Ausschließen von geflüchteten Menschen, die
Perfektionierung von Isolation, die Möglichkeit unbemerkt und unsichtbar
abzuschieben!“, erklärt stellvertretend für antirassistische Beratungsgruppen das
Café Exil das Anliegen der Demonstration. „Hamburg braucht Orte für Geflüchtete
mit Zugang zu Informationen, rechtlicher Beratung und sozialer Unterstützung,
keine abgelegene Gewerbehalle in Rahlstedt zur schnellst möglichsten Abwicklung
der Verfahrensschritte“ .

Hinz & Kunzt, Simone Deckner

Am hellichten Tag hat ein noch unbekannter Mann den 19-jährigen obdachlosen Niculaie L. überfallen und schwer misshandelt. Das Opfer liegt mit doppeltem Schienbeinbruch und Prellungen im Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter ist flüchtig.
Vergangener Mittwoch, 13:21 Uhr: Der junge Obdachlose Niculaie L. sitzt auf dem Parkplatz vor dem Penny-Markt am Hegeneck in Rahlstedt. Seit einem halben Jahr erbettelt sich der 19-jährige Roma hier ein bisschen Geld zum Überleben. Vor ihm auf dem Boden steht ein Pappbecher für Spenden, auf ein altes Kartonstück hat er geschrieben, dass er als Diabetiker auf Insulin angewiesen ist.
„Ein Wagen fuhr auf den Parkplatz, darin saßen zwei Männer und einer Frau“, sagt er. Aus dem Wagen habe laut Musik gedröhnt. Während die Frau und einer der Männer in den Supermarkt gegangen seien, habe sich der Dritte vor ihm aufgebaut. „Er hat mit der Hand gezeigt, dass ich weiter soll, weg, weg!“, sagt Niculaie. Er beschreibt den Mann als circa 1,85 Meter groß, höchstens 30 Jahre alt, kräftig und muskulös, Glatze. Der Unbekannte habe den Pappbecher und sein Kartonschild gepackt sowie eine weiße Plastiktüte. Diese ist für Nicoalie besonders wichtig, denn darin bewahrt der Diabetiker seine Insulinampullen und sein Diabetikerbesteck auf. „Der Mann hat alles genommen und in einen Mülleimer geschmissen“, so Niculaie.
Der 19-Jährige ist schmächtig für sein Alter. Er wiegt nur 50 Kilo. Er habe die Situation noch entschärfen wollen, sagt er: „Ich habe gesagt: ‚Entschuldigung, Entschuldigung, Chef, kein Problem!’“, habe aber seine Medikamente zurück haben wollen. Das habe den Mann aber nicht interessiert. Als er gesehen habe, wie Niculaie kurze Zeit später im Müll nach seinen Sachen gesucht habe, sei er zurückgekommen. Plötzlich sei alles ganz schnell gegangen, sagt Niculaie: „Er hat mir voll ins Gesicht geschlagen.“ Als der junge Roma versucht zu fliehen, habe der Unbekannte ihn verfolgt und ihn fünf bis sechs Mal von hinten mit voller Wucht in den Rücken und die Beine getreten. Der letzte Tritt habe ihn zwischen den Beinen getroffen. „Ich bin auf dem Asphalt gelandet. Ich hatte unglaubliche Schmerzen“, sagt er. Die Ärzte im Asklepios Krankenhaus Wandsbek werden später bei einer Notoperation einen doppelte Fraktur des rechten Schienbeins und diverse Prellungen feststellen.
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Pressemitteilung: Rassismus benennen. Die Mitte entlarven!
Antirassistische Demonstration in Hamburg-Blankenese.

Am Samstag, den 17.09.2016, versammelten sich am S-Bahnhof Blankenese ab 14 Uhr insgesamt etwa 350 Menschen zu einer Demonstration für die Fertigstellung der Bauarbeiten im Björnsonweg, wo eine Geflüchtetenunterkunft entstehen sollte, aber durch die wiederholte Klage von Anwohner_innen vorläufig gestoppt wurde.
Der Demonstrationszug setzte sich kurz vor 15 Uhr in Bewegung und zog über die Blankeneser Bahnhofstr., Oesterleystr., Karstenstr., Blankeneser Landstr. und Kösterbergstr. zur geplanten Unterkunft im Björnsonweg. Auf dem Weg und auf zwei Zwischenkundgebungen machten Redebeiträge auf die Unterkunft und das Problem des Rassismus in der deutschen Mehrheitsgesellschaft aufmerksam. Die Teilnehmer_innen des Protestzuges skandierten immer wieder antirassistische Parolen, wie „Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall!“ und im Verlauf der lauten und kämpferischen Demonstration verteilten Demonstrant_innen Demonstrationsaufrufe und Flugblätter an Passant_innen um auf die Thematik hinzuweisen. Die musikalische Unterstützung von LikeBirdz tat ihr übriges um die Aufmerksamkeit der Blankeneser_innen auf die Demonstration zu ziehen.
Mehrfach wurden dem Demonstrationszug durch Passant_innen und Blankeneser Anwohner_innen Parolen wie „Scheiß Antifa“ oder „Linke raus!“ entgegen gebrüllt. Es kam außerdem zu rassistischen Beleidigungen einzelner an der Demonstration teilnehmender Geflüchteter. Vereinzelt drückten Anwohner_innen aber auch ihren Zuspruch für das Anliegen der Demonstrationsteilnehmenden aus.
Um etwa 17 Uhr endete die Demonstration am designierten Baugrundstück im Björnsonweg.
Azadeh Schmitt sagte stellvertretend für den Organisationskreis: „Wir sind zufrieden, dass heute trotz der fehlenden Präsenz des Themas in den Medien während der letzten Wochen doch so viele Menschen mit uns zusammen gegen Rassismus und für die Unterkunft am Björnsonweg demonstriert haben. Diese Demo war nicht nur ein wichtiges Zeichen in Richtung des Oberverwaltungsgerichtes, sondern war zusätzlich noch wichtig um das strukturelle Problem des Rassismus in unterschiedlichen Kontexten zu beleuchten und zu kritisieren.“
Weitere Informationen finden Sie auf http://harvestehude.noblogs.org. Für Nachfragen ist der Refugee Support Harvestehude unter der Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen.
Quelle