Die „Professor Albrecht Penck“ hat am Sonnabend 17 Geflüchtete an Bord genommen, die auf einem Holzboot Richtung europäisches Festland unterwegs waren. Das Rettungsschiff unter dem Hamburger Kapitän Klaus Merkle wurde erst von Libyen, am Sonntag dann auch von Malta abgewiesen. Nun hofft man auf Hilfe des Auswärtigen Amtes.
„In addition please be informed that you are not to loiter inside Malta SRR.“ So schließt die Mail der maltesischen Behörden an das Rettungsboot der Organisation „Sea-Eye“, das der MOPO vorliegt. Man dürfe sich also nicht in der „Search and Rescue Region“ Maltas aufhalten. Man solle sich an die deutschen Behörden wenden - die „Professor“ ist das erste private Seenotrettungsboot im Mittelmeer unter deutscher Flagge.
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Beim HSV sollen bald Mitglieder ausgeschlossen werden können, die sich gegen die freiheitliche Werteordnung des Klubs positionieren.
Für Peter Gottschalk wird der 19. Januar 2019 ein besonderer Tag. Der 77-Jährige ist seit 1954 Mitglied beim Hamburger Sport-Verein und hat schon so einige turbulente Jahreshauptversammlungen erlebt. Diesmal steht er beim großen Vereinstreffen ausnahmsweise selbst mit im Fokus. Es geht um einen Antrag zur Änderung der Vereinssatzung durch das Präsidium, an dem Gottschalk tatkräftig mitgewirkt hat.
Den Anstoß für diese Idee hat er bei der vergangenen Mitgliederversammlung selbst gegeben, als er einen Antrag auf Ausschluss aller Mitglieder der AfD aus dem HSV durchsetzen wollte, diesen aber auf Anraten der Gremien wieder zurückzog. Einer rechtspopulistischen Partei, der Diskriminierung und Ausgrenzung vorgeworfen wird, mit Ausgrenzung zu entgegnen, war den Beteiligten zu heikel.
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Ein von einer Stellinger Schülerin bedrucktes T-Shirt mit dem Spruch "AfD - Alternative für Dummheit" hat die Rechten dermaßen auf die Palme gebracht, dass der Hamburger AfD-Fraktionschef Alexander Wolf eine Anfrage an den Senat stellte. Überschrift: „Verstoß gegen das Neutralitätsgebot an der Stadtteilschule Stellingen?"

Nach AfD-kritischen Lehrern geraten jetzt auch Schüler ins Visier der AfD: Der T-Shirt-Druck war Teil des Hamburg weiten Schulprojektes „Karolonia - Stadtlabor für temporäre Weltverbesserung", bei dem Schüler verschiedener Hamburger Schulen für ein paar Wochen eine Art fiktiven Mikrostaat gründen. Karolonias Staatsgebiet: Die Marktstraße im Herzen des Karoviertels. Gefördert wird das Projekt unter anderem von der Schulbehörde, der Kulturbehörde und der Kulturstiftung des Bundes.
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Arslan, Avci, Tasköprü – drei Namen, die traurige Erinnerungen wecken. Erinnerungen an Blut, Springerstiefel, Hass und Heil-Hitler-Gegröle. Arslan, Avci, Tasköprü – das sind die Namen von Menschen, die sich nichts zu Schulden kommen ließen, die von Rassisten ermordet wurden, und zwar nur aus einem Grund: weil sie anders waren. Hinterbliebene und Angehörige aller drei Familien werden am Freitag, 21. Dezember, an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen, die am S-Bahnhof Landwehr stattfindet.
Anlass: Der Tod an Ramazan Avci, der sich zum 33. Mal jährt. Ramazan Avci hatte am 21. Dezember 1985 das Pech, auf seinem Nachhauseweg an einer berüchtigten Skinhead-Kneipe vorbeizukommen. Er wurde am S-Bahnhof Landwehr von Skinheads überfallen, gequält und misshandelt. Drei Tage später, Heiligabend 1985, erlag er seinen schweren Verletzungen.
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Bei der Debatte über den Kulturetat wird es laut im Rathaus. AfD-Fraktionschef Alexander Wolf wird von allen Seiten scharf kritisiert.
Hamburg.  Ausgerechnet einer der kleinsten Etats sorgte am Mittwoch für großen Aufruhr bei der Haushaltsdebatte in der Bürgerschaft. Vom Gesamtetat von 15,5 Milliarden Euro entfallen laut Senatsentwurf 329,5 Millionen Euro auf die Behörde für Kultur und Medien.
Doch als der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Wolf ans Rednerpult tritt und seine Rede mit den Worten „Ich spreche hier und heute von Leitkultur“ beginnt, rumort es im Parlament. In linken Kreisen sei das Wort „Leitkultur“ immer noch ein Fremdwort, fährt Wolf fort und erntet dafür erste empörte Rufe aus den Reihen der Linken-Fraktion. Die Leitkultur sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration, so der AfD-Fraktionschef. Wolf kritisiert, dass seine Vorredner sich zu diesem Punkt „gar nicht oder nur in polemischer Hinsicht geäußert haben“, da Leitkultur und Integration für ihn ein wichtiger Ausschnitt der Kulturpolitik seien.
Das sehen die übrigen Parteien anders. Von allen Seiten kommen Rufe des Unmuts, mehrere Abgeordnete versuchen Zwischenfragen zu stellen, die von Wolf abgewiesen werden, einige verlassen sogar den Saal. Doch der AfD-Fraktionsvorsitzende lässt sich nicht beirren und fordert die „komplette Streichung“ der Mittel für einzelne interkulturelle Projekte.
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