Eine Ausstellung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen mit Unterstützung der Hamburgischen Bürgerschaft.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte den Verfolgten des Nationalsozialismus die lang ersehnte Befreiung. Vor 75 Jahren atmeten in Hamburg Frauen und Männer aus ganz Europa in Zwangsarbeiterlagern und anderen Haftstätten auf. Tausende Häftlinge des KZ Neuengamme waren kurz vor der Ankunft der britischen Truppen aus der Stadt gebracht worden. Sie erlebten ihre Befreiung an vielen verschiedenen Orten. Wie erging es ihnen in den Wochen und Monaten danach?

Viele hatten den nationalsozialistischen Terror nur um Haaresbreite überlebt, waren ausgezehrt, schwer krank und besaßen nur noch, was sie auf dem Leib trugen. Wo konnten sie Essen und medizinische Versorgung erhalten? Wie sollten sie nach Hause kommen? Hatten sie überhaupt noch ein zu Hause? Und waren ihre Angehörigen noch am Leben? Manche, die vor dem Nichts standen, versuchten einen Neuanfang durch die Auswanderung in ein anderes Land. Die Rückkehr in ein "normales" Leben war für viele Überlebende ein schwieriger Prozess. Auch für verfolgte Hamburgerinnen und Hamburger bedeutete die Befreiung nicht zwangsläufig ein Ende der Not.

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Vor 34 Jahren wurde Gülüstan Avcıs Verlobter Ramazan von rechten Skins brutal ermordet. Ein Gespräch über Erinnerung und Gerechtigkeit.

taz: Frau Avcı, wir sitzen hier nur wenige Meter von dem Ort entfernt, an dem eine Gedenktafel an Verlobten erinnert. Was bedeutet Ihnen dieser Ort?
Gülüstan Avcı: In diesem Jahr konnte ich nicht so oft kommen, weil ich operiert wurde. Aber normalerweise bin ich regelmäßig hier und setze mich auf die Bank neben der Tafel. Und manchmal rede ich dann mit Ramazan.

Wie erinnern Sie sich an ihn?
Ich habe viele Erinnerungen, wenn ich die alle erzählen würde, käme ein Roman dabei heraus. Er war ein guter Mensch, hatte viele gute Eigenschaften. Er war gerade erst 26 Jahre alt geworden, aber für sein Alter war er Frauen gegenüber schon ein richtiger Gentleman.
Sprechen Sie darüber auch mit Ihrem gemeinsamen Sohn?
Natürlich. Ich war im sechsten Monat schwanger und hatte so starke Zahnschmerzen, dass wir in die Notklinik nach Eppendorf fahren mussten. Aber wir waren zu der Zeit nicht so flüssig und konnten uns kein Taxi leisten. Wir mussten mit dem Bus fahren und der stand schon an der Haltestelle. Ich konnte aber nicht dahin laufen, weil ich halt schwanger war. Und Ramazan ist dann schnell dahin gelaufen und hat den Busfahrer gebeten, auf mich zu warten. Das hat der dann auch gemacht. Das habe ich neulich zum Beispiel meinem Sohn erzählt. Und er hört immer interessiert zu, wenn ich von seinem Vater erzähle, den er ja nie kennengelernt hat.

Andreas Speit Marthe Ruddat

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Es gibt nicht mehr viele Menschen, die über die Qualen im Konzentrationslager Stutthof bei Gdańsk berichten können. Einer von ihnen war aus Israel nach Hamburg gereist, um in einem der letzten NS-Prozesse auszusagen. »Wir wurden ständig verprügelt, die ganze Zeit, auch während der Arbeit«, sagte Abraham Koryski am Montag vergangener Woche nach den Worten eines Dolmetschers. Er habe in den Jahren 1944 und 1945 mehrfach erlebt, wie die SS sadistische »Shows« veranstaltete. Ein Sohn habe seinen Vater zu Tode prügeln müssen. Die versammelten Häftlinge sahen zu.

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Es war ein schwerer Gang für die fast 95jährige alte Dame. Als sie vor einigen Tagen im Hamburger Landgericht den Saal 300 betrat, wusste sie natürlich schon, wie schwer die kommenden Stunden für sie werden sollten. Angeklagt ist hier der ehemalige SS-Angehörige 93jährige Bruno D., der sich als einer der vermutlich letzten NS-Täter vor Gericht verantworten muss. Als 17jähriger wurde er als Wachmann in das Konzentrationslager Stutthof bei Danzig kommandiert und bewachte dort mit der Waffe in der Hand die Lagerinsassen.

"Der kann doch nicht behaupten, dass er nichts gewusst und nichts gesehen hat, das ist doch unmöglich. Wer dort war, der hat das alles gesehen. Furchtbar!"

So sagt es Esther Bejarano, die das Grauen in Auschwitz und später auch im KZ Ravensbrück selbst erleben musste.

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Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) will den Entzug der Gemeinnützigkeit durch ein Berliner Finanzamt nicht hinnehmen. Man habe den Steuer-Zahlungstermin am Mittwoch verstreichen lassen, sagte Geschäftsführer Thomas Willms der Nachrichtenagentur dpa. Mehr oder weniger gleichzeitig habe das Finanzamt dem Widerspruch gegen die Steuerbescheide stattgegeben. "Das bedeutet, dass wir im Moment die angeforderten Steuernachzahlungen nicht aufbringen müssen."

Allerdings habe sich das Finanzamt bisher nicht zu der Frage geäußert, ob der Entzug der Gemeinnützigkeit rechtmäßig oder rechtswidrig war. "Die Aussetzung erfolgte wegen einer unbilligen Härte für unseren Verein", teilte Willms mit. Grundsätzlich betrachte die Vereinigung die Entscheidung des Finanzamtes für Körperschaften I, dem Verein die Gemeinnützigkeit zu entziehen, als einen Skandal.

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