Huffington Post, Markus Klemm

Vorsitzender der islamischen Gemeinden in Hamburg: "Ich bin es leid, mich nach jedem Anschlag zu rechtfertigen
Eigentlich ist Daniel Abdin ein umgänglicher Mensch, freundlich, gewinnend und charmant. Als der Vorsitzende des Rats der islamischen Gemeinden in Hamburg - Schura - sich aber schon wieder zu den jüngsten Anschlägen äußern soll, platzt ihm der Kragen.
"Ich bin es leid, mich immer rechtfertigen zu müssen, wenn irgendein Idiot auf der Welt bestialisch Menschen ermordet." Das seien Kriminelle, mehr nicht. Natürlich seien die Taten von München, Würzburg und Ansbach eine Katastrophe. Aber dennoch, sagt Abdin in einem Tonfall, als hätte er diesen Satz schon mindestens hundert Mal von sich gegeben: "Die haben mit dem Islam nichts zu tun."
Rechtspopulisten bezweifeln das schon lange. Aber auch bei anderen wächst die Verunsicherung, zumal sowohl der Attentäter von Ansbach als auch jener von Würzburg Muslime waren - und obendrein noch Flüchtlinge.
Feindlichkeit gegenüber Muslimen steigt
Da kann Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch so oft darauf hinweisen, dass Deutschland im Krieg gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS), keinesfalls jedoch im Kampf gegen den Islam sei.
Die Feindlichkeit gegenüber Muslimen und vor allem Asylbewerbern steigt, wie eine Studie der Universität Bielefeldt zeigt - und zwar unabhängig von den jüngsten Anschlägen, da die Daten für die Untersuchung davor erhoben wurden.
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Mopo 24, Ronny Licht und Eric Hofmann
Dresden - Flossen etwa staatliche Gelder an das Orga-Team von PEGIDA? Entsprechende Gerüchte werden jetzt durch eine kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Carsten Hütter (52) befeuert.
Er ist sich sicher, dass der Freistaat Sachsen an das Orga-Team gezahlt hat.
"Mir sind Informationen angetragen worden, dass es Geld für den PEGIDA-Verein vom Freistaat gegeben hat", sagte Hütter MOPO24.
"Es gibt ein verbrieftes Recht auf Versammlungsfreiheit, ohne Einfluss durch den Staat. Sollten hier tatsächlich Gelder geflossen sein, sieht es eben genau nach dieser Einflussnahme aus."
Im Umfeld der fremdenfeindlichen PEGIDA wird kolportiert, dass der Bruch des Orga-Teams Folge dieser Zahlung wäre.

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Taz-Hamburg, Marco Carini
Trotz Bürgervertrag zwischen Initiativen und Hamburgs Senat gehen Streit um Flüchtlingsunterkünfte weiter – und die Stadt hält an alten Plänen fest
Es schien alles geregelt. Als die Bürgerschaft unmittelbar vor der Sommerpause den Kompromiss mit der „Initiative für eine gute Integration“ über die zukünftige Flüchtlingsunterbringung verabschiedete, schien nicht nur ein Volksentscheid vom Tisch, sondern auch Ruhe einzukehren bei einem Thema, dass die Stadt zu spalten drohte. Doch der Schein trog. Inzwischen ist klar: Der Streit um Unterbringungsgrößen und -standorte geht an vielen Stellen weiter.
Beispiel Hummelsbüttler Feldmark: Mit der Initiative zu deren Erhalt konnten die rot-grünen Verhandlungsführer, Andreas Dressel (SPD) und Anjes Tjarks (Grüne) keine Einigung erzielen und keinen Bürgervertrag abschließen.
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Hamburger Abendblatt, Daniel Herder

Die "Identitäre Bewegung" will auch in Hamburg Fuß fassen – Verfassungsschutz ist alarmiert. Anhänger sind in der Regel unter 30 Jahre.
Hamburg.  Die "Identitäre Bewegung" rückt in den Fokus des Hamburger Verfassungsschutzes. Der 2012 in Deutschland gegründete Zusammenschluss von Einwanderungsgegnern wird in anderen Bundesländern, etwa in Niedersachsen, bereits vom Verfassungsschutz beobachtet und als rechtsextremistisch eingestuft. Nun gibt es Hinweise, dass die "Identitären" auch in Hamburg Fuß fassen wollen. Das Landesamt für Verfassungsschutz ist alarmiert.
Dem Abendblatt bestätigte die "Identitäre Bewegung Deutschland" (IBD) auf Anfrage, dass eine "aktive Ortsgruppe" in Hamburg bereits besteht. Offenbar haben ihre Aktivitäten und ihr Organisationsgrad aber noch längst nicht das Niveau der großen IB-Gruppe im Nachbarland Niedersachsen erreicht. Dort werden ihr 50 Mitglieder zugerechnet. "Längerfristige festgefügte lokale Strukturen wie in anderen Ländern gibt es bisher nicht, aber nach einigen Aktionen haben wir da natürlich ein Auge drauf – auch wenn die hiesigen Aktivisten bisher mit unter der niedersächsischen Flagge laufen", sagte Marco Haase, Sprecher des Hamburger Verfassungsschutzes.
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Blick nach rechts

Gegen kaum einen Thor Steinar-Laden gab es so beharrliche Proteste wie bei dem Geschäft in Glinde bei Hamburg. Nachdem eine Klage scheiterte, ist nun der Mietvertrag ausgelaufen, der Laden muss ausziehen.
Der Tønsberg wird bald Geschichte sein. Das Thor Steinar-Geschäft in der Möllner Landstraße 37c in Glinde muss seine Pforten schließen, der Mietvertrag läuft nach fünf Jahren Ende Juli aus. Christian Verstege, Anwalt der Vermieterin, bestätigte gegenüber der Bergedorfer Zeitung, dass keine Seite den Mietvertrag verlängert habe.
„Ich versuche seit Längerem, einen Rückgabetermin zu vereinbaren, bislang ist der noch nicht zustande gekommen“, so der Anwalt. In der Tat hat der Laden weiterhin geöffnet, bis spätestens Ende der Woche müsste die Lokalität jedoch geräumt werden. Solle dies nicht geschehen, droht der Anwalt mit einer Räumungsklage.
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