neues Deutschland, Gaston Latz

Jeder, der gelegentlich in sozialen Netzwerken zugange ist und sich die Kommentare unter Onlineartikeln betrachtet, dürfte in den letzten Jahren bemerkt haben: der Umgangston hat sich verschärft. Nach dem dritten, vierten Kommentar kann man mit ziemlicher Gewissheit davon ausgehen, dass eine Grundsatzdiskussion beginnt, meistens geht es um Minderheiten, und so gut wie immer wird beleidigt. Das Wort »Hate Speech«, zu deutsch »Hassrede«, ist bereits in die Alltagssprache übergegangen. Auch wenn bei Facebook sicherlich Verbesserungsbedarf besteht, was die Bekämpfung von Hetze angeht, so ist man sich des Problems doch bewusst: Im Januar hat Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg zusammen mit anderen die Online Civil Courage Initiative gegründet. Eine dieser anderen war Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung, die sich seit 1998 gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus einsetzt.

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NDR Hamburg

Die Hamburger Studentin Damla Sahin engagiert sich an ihrer Hochschule gegen Diskriminierung.
Zum dritten Mal treffen sich an diesem Wochenende 40 junge Hamburger und Hamburgerinnen zur Jungen Islam Konferenz (JIK). Ihr Motto: "Hamburg (inter)kulturell geöffnet?" Gemeinsam diskutieren die Muslime und Nicht-Muslime mit Behördenvertretern, Medienmachern und Wissenschaftlern wie Hamburg sich gegenüber Menschen aus verschiedenen Kulturen stärker öffnen kann. Die 27-jährige Studentin Damla Sahin aus Hamburg wünscht sich mehr Diskussionen mit Andersdenkenden.
Warum machen Sie bei der Jungen Islam Konferenz mit?
Damla Sahin: Ich habe vor drei Jahren begonnen, mich an meiner Hochschule im Studierendenausschuss gegen Diskriminierung und Rassismus zu engagieren. Denn einige meiner engsten Freundinnen, die Kopftuch tragen, waren an der Uni auf einmal mit Rassismus konfrontiert - wegen des Kopftuches oder ihrer Sprache. Es gab Sprüche wie: Hören Sie überhaupt etwas durch das Kopftuch? Sprechen Sie eigentlich Deutsch? Das kam sehr rassistisch rüber, auch wenn es nicht immer so gemeint ist. Vielen fehlt es an Sensibilität, da meiner Ansicht nach viel zu selten über den Islam und Diskriminierung diskutiert wird. Ich habe wohl Glück gehabt und war nie von solchen negativen Vorfällen betroffen. Aber ich wollte ein Zeichen setzen und an meiner Hochschule Ansprechpartnerin zu dem Thema sein, da ich das Gefühl hatte, helfen zu müssen. Darüber erfuhr ich auch von der JIK.
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Spiegel

Sie überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach dem Krieg wanderte sie in die USA aus und sprach an Schulen über ihr Schicksal. Nun ist die Hamburger Jüdin Esther Bauer tot.
Die Holocaust-Überlebende Esther Bauer, unermüdliche Mahnerin vor den Gefahren des Rechtsextremismus, ist tot. Die gebürtige Hamburgerin starb am vergangenen Samstag in New York im Alter von 92 Jahren, wie der Leiter der theaterpädagogischen Abteilung im Thalia Theater, Herbert Enge, in Hamburg sagte. Die Beisetzung sei für Montagabend in New York vorgesehen.
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Hamburger Bündnis gegen Rechts und Kampagne Aufstehen gegen Rassismus kündigen Protest gegen AfD-Veranstaltung am 19.11.2016 an

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR) und die Kampagne Aufstehen gegen Rassismus (AgR) rufen für Samstag den 19.11.2016 zum Protest gegen eine angekündigte Demonstration der AfD auf. Die rechtspopulistische Partei will um 14:30 Uhr auf dem Hachmannplatz für ein härteres Durchgreifen der Hamburger Polizei und Justiz demonstrieren. Anlass ist der Tod eines 16-Jährigen am 22.10.2016 an der Kennedybrücke, den die Partei als direkte Folge der Regierungspolitik interpretieren will [1]. Die AfD-Abgeordnete Nicole Jordan hatte den Mordfall bereits für eine Stimmungsmache gegen Weltoffenheit und Presse zu instrumentalisieren versucht [2]. Beim letztjährigen Versuch der AfD, in Hamburg zu demonstrieren, wurde sie von über Tausend Menschen am Marschieren gehindert.

"Wer in Hamburg die Forderung nach einem härteren Durchgreifen der Polizei und Justiz hört, erinnert sich sofort: Tod durch Brechmitteleinsätze, Forderung nach Kastration von Sexualstraftätern und Gefahrengebiete. Der selbsternannten Anti-Establishment-Partei fällt offenbar nichts Neues ein: Angst machen, rassistische Vorurteile bedienen, Verunsichern", so Georg Brandes von der Kampagne Aufstehen gegen Rassismus. „Die AfD will zurück in eine Zeit, in der Frauen wieder am Herd bleiben müssen, in der soziale Errungenschaften abgeschafft sind
und in der jedes Land Europas wieder sein eigenes nationalistisches Süppchen kocht.“ Beim letzten Versuch der AfD, in Hamburg eine Demonstration durchzuführen, waren am 31.10.2015 aus Protest mehr als tausend Menschen gegen die AfD auf die Straße gegangen. Durch ihre Entschlossenheit gelang es damals, der rechten Hetze der AfD Paroli zu bieten und die Partei am Laufen einer Route zu hindern. Und auch am kommenden Samstag werden sich erneut viele Menschen der AfD entgegen stellen.

Wochenblatt Eppendorf, Christian Hanke

In dritter überabeiteter Auflage ist die Darstellung über die Alsterdorfer Anstalten, des Vorläufers der heutigen Evangelischen Stiftung Alsterdorf, im Nationalsozialismus erschienen: „Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr“. Die erste Auflage 1987 war noch umstritten, aber schon im Erscheinungsjahr vergriffen. Weil inzwischen auch die zweite Auflage vergriffen ist, aber auch, weil neue Forschungsergebnisse zum Thema Euthanasie vorliegen und sich die Erinnerungskultur zu diesem Thema erheblich verändert hat, entschlossen sich die Autoren Ingrid Genkel, Michael Wunder und Harald Jenner das Buch zu überarbeiten. „Wir haben dokumentiert, was seit 1987 passiert ist und wir haben den persönlichen Bezug hervorgehoben“, erzählt Michael Wunder. So finden sich in der Neuauflage viele Biografien von Euthanasie-Opfern, die in Alsterdorf untergebracht waren, mit Fotos. „Die Fotos sind wichtig“, findet Petra Kasten, Lehrerin und Nichte von Dorothea Kasten, die der Präsentation wie auch andere Angehörige von Euthanasieopfern beiwohnte.

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