Denis Fengler
Die für Anfang Oktober geplante „Merkel muss weg“-Demo auf dem Gänsemarkt wird nicht stattfinden. Die Organisatoren der Kundgebungen, bei denen es sich nach Angaben des Hamburger Verfassungsschutzes um Rechtsextremisten handeln soll, haben ihre Anmeldung für den 3. Oktober wieder zurückgezogen.

Hintergrund der Absage könnte der schwache Zulauf und der massive Gegenprotest bei der vorangegangenen Demo Anfang September sein. Rund 10.000 Menschen hatten am 5. September gegen Fremdenhass und rechte Hetze demonstriert.
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Marc Widmann
Im Stadthaus folterten die Nazis ihre Opfer. Heute gehören die Gebäude einem privaten Investor – und es tobt ein Streit um das angemessene Gedenken. Der frühere Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch fordert im Interview: Die Stadt muss handeln.
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Verehrte Frau Bundeskanzlerin, 
sehr geehrte Bundesregierung,
Ich bin in großer Sorge um das Land und die Bevölkerung. Die Stimmung auf der Straße wird zunehmend bedrohlicher. Mich erreichen täglich Dutzende Nachrichten von Menschen, die in Deutschland aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihrer Herkunft herabwürdigend behandelt werden.
Frau Bundeskanzlerin, mir schreiben Menschen, die auf der Straße beleidigt werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben. Ich lese von Moscheen und Synagogen, die beschmiert, von Friedhöfen, die geschändet werden. Mir schreiben Menschen, die bei Behörden schikaniert werden, Menschen, die Angst haben, in was für einem Deutschland ihre Kinder aufwachsen werden. Ich habe das früher oft als Spinnerei und Überempfindlichkeit abgetan, ich habe die Augen selbst vor dem systematischen Rassismus in Deutschland verschlossen.
Aber seit den Ereignissen der letzten Zeit, seit der Enthemmung von Teilen der Bevölkerung, seitdem öffentlich „Absaufen! Absaufen!“ skandiert wird, LKA-Mitarbeiter bei Pegida mitlaufen, KSK-Einheiten der Bundeswehr den Hitlergruß zeigen, Journalisten durch die Polizei an ihrer Arbeit gehindert werden, der Präsident des Verfassungsschutzes sich zu Verschwörungstheorien hinreißen lässt und der Bundesinnenminister die Migration als Problem bezeichnet, ist es nicht verwunderlich, wenn Menschen mit Migrationshintergrund auch in ihrem Alltag diese Erfahrungen machen. Es schreiben mir Menschen, sie hätten Angst. Ich möchte aber nicht, dass sie Angst haben.
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Er gilt als neue Symbolfigur der rechten Szene in Hamburg: Thomas Gardlo, vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft, Türsteher-Legende, Kampfsporttrainer für die vom Verfassungsschutz ebenfalls als rechtsextrem geführte „Identitäre Bewegung“, einst Leibwächter von Ronald Schill und H. P. Baxxter. Wer ist der Mann, der sich „Togger“ nennt und die jüngste „Merkel muss weg“-Demo angemeldet hat?
Mit Thomas Gardlo als Demo-Anmelder, so der Verfassungsschutz, sei „die Maske gefallen“. Waren zuvor immer bürgerliche Frauen als Anmelderinnen aufgetreten, seien die jetzigen Anmelder „den Sicherheitsbehörden hinlänglich bekannt“ – etwa durch Mitgliedschaft in Neonazi-Facebookgruppen.
Gardlo war von Beginn an Teil der MMW-Bewegung, trat im Frühjahr aber zunächst im Hintergrund auf, nach eigenen Angaben „zuständig für Sicherheit, Technik, Auswahl der Redner“.
Das meiste, was öffentlich über den Muskel-Hünen bekannt ist, hat die Antifa zusammengetragen. „Togger“ und sein Bruder Dushan sind demnach in ihrer Jugend im Umfeld der „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS) und später der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) aktiv gewesen.
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Sie wollen „Deutschland“ retten, aber können es nicht mal richtig schreiben: Die Hetzparolen an einer Hamburger Moschee sind fast schon komisch.

„Deuschland den Deuschen – Nationaler Wiederstand“ steht am Boden des Eingangs. „Islam tötet“, „Vergewaltiger“ und „Terror“ steht an den Wänden der Al-Nour-Moschee – gespickt mit Rechtschreibfehlern. In der Nacht zum Montag haben bisher unbekannte Täter die Parolen angesprüht.
„Solche Schmierereien sind das erste Mal passiert“, sagt Daniel Abdin, Vorsitzender der Al-Nour-Gemeinde. „Ich denke, sie sind dem allgemeinen gesellschaftlichen Klima gegen ‚den Islam‘ geschuldet.“

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