Marco Frank

Im Juli 2018 ging der NSU-Prozess zu Ende. Die mediale Aufmerksamkeit war enorm, nachhaltig gebracht hat diese offenbar wenig. Die Tendenz in der rechtsterroristischen Szene steht in den letzten Jahren klar auf Wachstum. Ein Überblick über rechtsterroristische Organisationen seit 2015.

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Small Talk mit Monica Tschanz und Bea Trampenau über das Netzwerk »Lesben gegen rechts« von Miriam N. Reinhard


Rechtspopulisten und Rechtsextreme geben vor, sich für Homosexuelle einzusetzen – die sie allerdings nur durch Muslime und eine ihrer Ansicht nach falsche Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik bedroht sehen. Mit Alice Weidel gehört eine Lesbe zur Parteiführung der AfD.
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von Burkhard Fuchs

Der Aktionskünstler Günter Demnig besuchte am Freitag die Stadt Uetersen, um dort acht im Dritten Reich verfolgte und ermordete Menschen mit Stolpersteinen zu würdigen. Rund 15.000 solcher messingbeschlagener Steine hat er mittlerweile europaweit in den Asphalt zementiert. Die Stolpersteine sollen am letzten bekannten Wohnort oder der Arbeitsstätte der Opfer an diese erinnern. Sie sind mit dem Namen des Opfers, Geburts- und Todesdatum sowie dem Grund gekennzeichnet, warum sie verfolgt und ermordet wurden.
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Der Gedenkort „Stadthaus“ in Hamburg ist eine Blamage. Im Stuttgarter „Hotel Silber“ ist zu sehen, wie es hätte werden können.
Es ist ein Gründerzeithaus der Stuttgarter Innenstadt, nur ein paar Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt. In der Dorotheenstraße Nummer 10 steht das ehemalige „Hotel Silber“, das ab 1933 Zentrale der Politischen Polizei Stuttgarts und ab 1936 Leitstelle der Gestapo war. Seit dem vergangenen Dezember beherbergt es einen Erinnerungsort.
Die Parallelen zu Hamburg sind deutlich: Auch dort befindet sich der frühere Sitz von Gestapo, Kripo und Sicherheitsdienst, das „Stadthaus“, in bester Innenstadtlage. In Stuttgart war geplant, das geschichtsträchtige Gebäude rigoros abzureißen und etwas Neues zu bauen; in Hamburg sollte komplett umgebaut werden. In beiden Städten sollte irgendwo inmitten des anvisierten baulichen Neubeginns eine Art kleinerer Gedenk- und Informationsort entstehen. Nur gibt es einen entscheidenden Unterschied: In Stuttgart ist schließlich das Projekt einer informativen wie würdigen Erinnerungsstätte überzeugend gelungen. In Hamburg ist man nach derzeitigem Stand krachend gescheitert.
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Die NSU-Monologe am Schauspielhaus sind aufwühlendes Erinnerungsstück und wichtige Mahnung gleichermaßen.
Hamburg.  Der Rassismus in Deutschland zeigt sich täglich. Aktuellstes Beispiel ist der Fall der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, die Drohbriefe mit rassistischen Schmähungen bekommt, vermutlich aus Kreisen der hessischen Polizei. Zwei Faxe an sie waren mit „NSU 2.0“ unterzeichnet, Hinweis auf die neonazistische Terrorvereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), die neun Morde aus ausländerfeindlichen Motiven begangen hat, bevor sie im November 2011 entdeckt wurde. Zwei der Mitglieder begingen Selbstmord, Beate Tschäpe, der dritten Haupttäterin, sowie einigen Unterstützern wurde der Prozess gemacht.
Im Juli 2018 wurde Tschäpe zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Familien der Opfer sind nach Ende des jahrelang dauernden Prozesses in München dennoch enttäuscht. Zu wenig hat sich das Gericht ihrer Meinung nach mit den Hintergründen der Morde beschäftigt. Osman Taşköprü, Bruder des am 27. Juni 2001 in seinem Lebensmittelladen in Hamburg erschossenen Süleyman Taşköprü, fragt in einem Film nach Helfershelfern und Hintermännern der Tat und bemängelt das Desinteresse der Hansestadt an einer Aufklärung der Hintergründe. Dieses kurze Video führt mitten hinein in „Die NSU-Monologe“ im ausverkauften Schauspielhaus.
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