Bislang wurden die Montagsdemonstrationen zum Teil von Rechtsextremisten organisiert. Die Anmelder waren Strohleute, die vorher nicht auffielen und nicht im Fokus der Sicherheitsbehörden standen, wie Verfassungsschutz-Chef Torsten Voß erklärte. "Ab dem 5. September haben wir die erste Mittwochsversammlung. Es handelt sich um Organisatoren, die rechtsextremistische Strukturen haben. Nicht teilweise, sondern die überwiegende Zahl hat rechtsextremistische Strukturen. Und einer dieser Organisatoren fungiert jetzt auch selbst als Anmelder."
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"Die Ereignisse in Chemnitz haben viele Menschen deprimiert", sagte Christiane Schneider von der Hamburger Linken. Es sei "beeindruckend, dass in so kurzer Zeit so viele Menschen hier dagegen auf die Straße gehen".
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Kommentar von Sonja Thomaser
Man erinnere sich nur an G20 im Sommer 2017 in Hamburg. Dort wurde eine friedliche Sitzdemonstration von linken Demonstranten von der Polizei mit Wasserwerfern aufgelöst. Und das war kein Einzelfall.

All das hinterlässt ein bitteres Gefühl: Nämlich dass die sächsische Polizei mit der Rechten anders um geht als mit der Linken. Rechte Gewalt wird verharmlost, das Gewaltpotenzial völlig verkannt. Es war bekannt, dass für Montag erneute Demonstrationen geplant waren. „Pro Chemnitz“ mobilisierte öffentlich auf Facebook, kündigte Montagmorgen bereits an, dass sich die Zahl der Demonstranten vervielfachen werde.
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Start der Demo war gegen 20 Uhr am Schulterblatt. Anschließend zogen die Protestler durch die Schanze in Richtung St. Pauli. Das Ende der Demo ist für 22 Uhr am Park Fiction geplant, wo eine Abschlusskundgebung stattfindet.

Auf den mitgebrachten Plakaten standen Statements wie „Progrome stoppen“ und „Rechten Parteien entgegen treten“. Anwohner berichten von „Nationalismus raus aus den Köpfen“-Rufen.

Der Lagedienst der Polizei teilte auf MOPO-Nachfrage gegen 21.15 Uhr mit, es hätten sich etwa 2400 Teilnehmern versammelt. Die Stimmung sei den ganzen Abend über „absolut friedlich“ gewesen.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Wochenblatt „der neue RUF“ hat am 16. Juni 2018 zusammen mit Ihrer
Wochenzeitung auch das AfD-Propagandablatt „Uns Hamburg“ verteilt.
Hierbei wurden wahrscheinlich bis zu 112.000 Ausgaben in den Gebieten
Wilhelmsburg, Harburg und Süderelbe verteilt. Fast alle hatten besagte
Ausgabe der AfD-Fraktion als Beilage.

Schon ab der ersten Seite kann man den Zweck der AfD-Zeitschrift
erkennen. Durch das gezielte Weglassen von Fakten wird dem*r Leser*in
suggeriert , dass die Probleme die er*sie in Deutschland sieht ihren
Ursprung in der Migration im Allgemeinen, in Geflüchteten und deren
angeblicher Kriminalität haben.

Diese populistische und rassistische Erklärung wird von der AfD zum
Beispiel im ersten Artikel ihrer Beilage erzeugt. So erfährt man dort
nichts über die Motive bezüglich zweier in Hamburg verübten Straftaten,
außer dass diese aus religiösen Gründen verübt worden seien. Neben der
Tatsache, dass sich hier auf zwei Straftaten von Menschen mit
Migrationshintergrund fokussiert wurde, und dabei unerwähnt bleibt, wie
viele weitere Straftaten sonst noch in diesem Zeitraum verübt worden
sind, fungiert die Auslassung von anderen Informationen bezüglich der
Motive als gezielte rassistische Angstmache. So sei eigentlich zu den
Motiven und Hintergründen zu erwähnen, dass die Straftat in Barmbek von
einem psychisch erkrankten Mann ausgeführt wurde und der zweite Fall
eine Beziehungstat war. Damit füttert die AfD die Logik, dass solche
Straftaten nur in der Herkunft der Täter*innen zu begründen wären und
ignoriert die dabei aus politischer rechter Hetze die reale Faktenlage
der einzelnen Straftaten.

Des Weiteren wird in dieser Zeitung ein Artikel von Matthias Matussek
abgedruckt, welcher als ehemaliger Redner bei den „Merkel muss weg“ –
Demos sprach und zugleich in diesem Artikel erneut zu kommenden
Demonstrationen aufruft. An dieser Stelle wollen wir erneut deutlich
machen, dass es sich bei „Merkel muss weg“ Demos nicht um einen Protest
gegen den Status Quo handelt, sondern die Demonstration ein Sammelbecken
von handfesten Neonazis und Identitären ist, mit populistischen Parolen
fälschlicherweise einfache Antworten auf ein Unsicherheitsgefühl gibt
und letzten Endes rechte Hetze verbreitet anstelle den Status Quo
konstruktiv zu bekämpfen.

So fragen wir uns allgemein, ob dies nun die neue Gesinnung des RUFs
ist, oder ob nur aus finanziellem Interesse so gehandelt wird. Egal
welche Antwort diese Frage bekäme, für uns ist eines klar: Rechte Hetze
und Angstpopulismus als Beilage einer Wochenzeitung zu verbreiten ist
ein Schlag ins Gesicht für alle Bürger*innen welche gerne in einer
vielfältigen und multikulturellen Stadt wie Hamburg leben. Denn anstelle
von Menschlichkeit, Solidarität und einer differenzierten
Berichterstattung reiht sich die Zeitung durch die Verbreitung selbst in
die Ausweitung von rechter Propaganda ein! Deshalb fordern wir den neuen
RUF auf: Jegliche Gewinne dieser Aktion an Projekte zu stiften die sich
in der Flüchtlingsarbeit engagieren und Perspektiven für die
Geflüchteten ermöglichen. Des Weiteren sollten die Verantwortlichen sich
zu diesem Vorfall äußern und ein klares Zeichen gegen rechte Hetze in
Ihrem Wochenblatt etablieren. Zur Kenntnisnahme haben wir diesen Offenen
Brief auch an andere Hamburger Medien geschickt.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Hamburger Bündnis gegen Rechts