Rund 1.000 Menschen protestieren im Namen von Freiheit und Wahrheit gegen Coronamaßnahmen
In Hamburg demonstrierten am Samstag rund 1.000 Menschen gegen die Coronamaßnahmen der Bundesregierung. Zu der Kundgebung auf dem Jungfernstieg hatte das Netzwerk „Querdenken 40“ um die Hamburgerin Selina Fullert aufgerufen. An der Alster feierte sich die bundesweite Bewegung am Samstag selbst. „Ihr seid mutig, ihr seid tapfer“, wurden die Redner*innen nicht müde zu betonen. Und die Stars der Bewegung wie Heiko Schöning, Sprecher von „Ärzte-für-Aufklärung“, wurden euphorisch als Kämpfer*innen für Freiheit und Wahrheit begrüßt.

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Rechtsterroristen haben vor 40 Jahren in Hamburg ein furchtbares Verbrechen begannen: Mitglieder der Terrorgruppe „Deutsche Aktionsgruppen“ warfen Brandsätze in eine Flüchtlingsunterkunft an der Halskestraße. Nguyen Ngoc Châu und Do Anh Lân, die erst kurz zuvor von Vietnam nach Hamburg geflüchtet waren, erlagen wenig später ihren Brandverletzungen.

Am kommenden Samstag (22.08) wird ab 16 Uhr eine Gedenkveranstaltung vor dem Gebäude Halskestraße 72 in Billwerder stattfinden. Erinnern und öffentliches Trauern seien wichtige Formen des politischen Protestes, so die Initiative in Gedenken an Nguyen Ngoc Châu und Do Anh Lân.

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https://hamburgnachhanau.noblogs.org/am-22-08-gedenken-an-nguyen-ngoc-chau-und-do-anh-lan-in-hamburg/

Manchmal fallen Entscheidungen schnell: Am Sonntag trat ein Kriminalhauptkommissar aus Hannover bei einer „Querdenken“-Demo in Dortmund, die neben Impfgegner*innen und ­Verschwörungsmythenverfechter*innen auch extrem rechte Gruppen anzog, als Redner auf. Am Dienstag wurde er vorläufig vom Dienst suspendiert.

Die Rede des 57-Jährigen erschreckte auch, weil er früher für die Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen einer jüdischen Einrichtung in Niedersachsen zuständig war.

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So frech sommerlich-sportlich kam noch keine Guerilla daher. Auf dem Video, das die samstägliche Veranstaltung von „Querdenken40“ in der City dokumentiert, sind Menschen zu sehen, die aussehen wie der Tim aus der IT oder die Britta aus der Buchhaltung. Auf der Bühne gibt sich derweil das Who is Who der professionellen Corona-Leugner-Szene das Mikro in die Hand. Bodo Schiffmann und Anselm Lenz sind auch da.

Es gibt guten Grund, dort genau hinzuschauen, wo nach US-Vorbild der Gesellschaft die Rationalität entzogen werden soll. Es ist wichtig aufzuzeigen, dass es ein äußerst toxisches Umfeld gibt, in dem sich Leute wie selbstverständlich bewegen, die noch vor Kurzem in der Mitte der Gesellschaft gestanden zu haben schienen.

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Kundgebung

Am Samstag, den 22. August, um 16 Uhr lädt die Initiative für ein Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân zur Kundgebung und Gedenkveranstaltung ein. Treffpunkt ist in der Halskestraße 72 in Billwerder/Moorfleet.
An diesem Ort hatte die rechtsextreme Terrorgruppe „Deutsche Aktionsgruppen“ vor 40 Jahren Brandsätze in eine Unterkunft von Geflüchteten in der Halskestraße 72 geworfen und rassistische Parolen an die Wand geschmiert. Sie trafen das Zimmer von Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân, welche wenig später den Brandverletzungen erlagen. Die beiden jungen Männer waren erst wenige Monate zuvor aus Vietnam nach Hamburg geflohen.

Erinnern und öffentliches Trauern seien wichtige Formen des politischen Protestes, so die Initiative in Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân. Seit sechs Jahren fordert sie die Umbenennung der Halskestraße in Châu-und-Lân-Straße, die Umbenennung der dortigen Bushaltestelle sowie die Schaffung eines würdigen Gedenkortes mit Informations- und Erinnerungstafeln. Mitte 2019 konnte die Initiative die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte überzeugen, dass ein Gedenkort für Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân notwendig ist. Die Straßenumbenennung trifft jedoch bis heute auf Widerstände des Senats. Auf der Kundgebung wird die Initiative über den aktuellen Stand berichten. Außerdem wird sie aktuelle rechtsterroristische Entwicklungen und deren lange Geschichte thematisieren. Seit mehr als 40 Jahren weisen Betroffene auf die Gefahr des Rechtsterrorismus hin. Es ist Zeit, dass sie gehört werden, so die Initiative.

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