Er gilt als neue Symbolfigur der rechten Szene in Hamburg: Thomas Gardlo, vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft, Türsteher-Legende, Kampfsporttrainer für die vom Verfassungsschutz ebenfalls als rechtsextrem geführte „Identitäre Bewegung“, einst Leibwächter von Ronald Schill und H. P. Baxxter. Wer ist der Mann, der sich „Togger“ nennt und die jüngste „Merkel muss weg“-Demo angemeldet hat?
Mit Thomas Gardlo als Demo-Anmelder, so der Verfassungsschutz, sei „die Maske gefallen“. Waren zuvor immer bürgerliche Frauen als Anmelderinnen aufgetreten, seien die jetzigen Anmelder „den Sicherheitsbehörden hinlänglich bekannt“ – etwa durch Mitgliedschaft in Neonazi-Facebookgruppen.
Gardlo war von Beginn an Teil der MMW-Bewegung, trat im Frühjahr aber zunächst im Hintergrund auf, nach eigenen Angaben „zuständig für Sicherheit, Technik, Auswahl der Redner“.
Das meiste, was öffentlich über den Muskel-Hünen bekannt ist, hat die Antifa zusammengetragen. „Togger“ und sein Bruder Dushan sind demnach in ihrer Jugend im Umfeld der „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS) und später der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) aktiv gewesen.
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Sie wollen „Deutschland“ retten, aber können es nicht mal richtig schreiben: Die Hetzparolen an einer Hamburger Moschee sind fast schon komisch.

„Deuschland den Deuschen – Nationaler Wiederstand“ steht am Boden des Eingangs. „Islam tötet“, „Vergewaltiger“ und „Terror“ steht an den Wänden der Al-Nour-Moschee – gespickt mit Rechtschreibfehlern. In der Nacht zum Montag haben bisher unbekannte Täter die Parolen angesprüht.
„Solche Schmierereien sind das erste Mal passiert“, sagt Daniel Abdin, Vorsitzender der Al-Nour-Gemeinde. „Ich denke, sie sind dem allgemeinen gesellschaftlichen Klima gegen ‚den Islam‘ geschuldet.“

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Nach den Ausschreitungen zum Teil rechtsextremer Hooligans in Chemnitz kommt auch auf Hamburg eine Demonstrationsserie von Aktivisten aus dem braunen Lager zu: Ab Mittwoch will ein rechtes Bündnis unter dem Motto "Merkel muss weg" Kundgebungen in Hamburgs Innenstadt abhalten. Angemeldet sind diese monatlichen Kundgebungen bis Dezember.
Für Mittwoch ist eine "Merkel-muss-weg"-Demo auf dem Hamburger Gänsemarkt geplant. Der Verfassungsschutz warnt erneut deutlich: Da gehen Rechtsradikale auf die Straße.

Verfassungsschutz: Enge Kontakte zwischen AfD und Veranstaltern
Laut dem Hamburger Verfassungsschutz unterhalten die Veranstalter enge Kontakte zur AfD in Hamburg und anderen Landesverbänden. So seien einige Mitstreiter der "Merkel muss weg"-Kampagne im Juli zu einer AfD-Demonstration nach Rostock-Warnemünde gereist. Außerdem sei der Versammlungsleiter der Demo auf Facebook mit führenden Vertretern der Hamburger AfD befreundet.
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Ein Mob aus Hooligans und Rechtsextremen jagt Menschen, die sie für Ausländer halten, durch die Straßen einer deutschen Großstadt. Ein Verbrechen ist geschehen, und die Tatverdächtigen sind Flüchtlinge. Die Polizei ist unterbesetzt und überfordert. Hitlergrüße, „Deutschland den Deutschen“, eine Pogromstimmung liegt in der Luft. Chemnitz, Sachsen, im Spätsommer 2018. 

Ein Schock geht durch das Land. Überall auf der Welt beobachtet man mit Sorge, was passiert, und sogar die „New York Times“ widmet den Ereignissen einen großen Bericht. Doch das Erschreckende daran ist auch die Debatte danach. 
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Spätestens seit dem Mob von Chemnitz ist klar: Wir müssen damit aufhören, die AfD so zu behandeln wie jede andere Partei.
Seit am Sonntag und Montag Neonazis in Chemnitz marodierten, ohne dass die Polizei ihre Ausschreitungen eindämmen konnte, wird mit dem Finger auf Sachsen gezeigt – nicht zu Unrecht, schon weil bereits am Donnerstag der nächste Aufmarsch droht. Doch Rechtsradikale zum sächsischen Problem zu erklären, hieße, die nationale Dimension zu verkennen. Die AfD sitzt in 14 von 16 Landesparlamenten und als Oppositionsführer im Bundestag.
Es ist an der Zeit, sich von der Vorstellung zu verabschieden, man habe es bei dieser selbst ernannten Alternative nur mit einer neuen Oppositionspartei zu tun: Wenn der Bundestagsabgeordnete und Sprecher von Alice Weidel, Markus Frohnmaier, bei Twitter zur Menschenjagd aufruft, kann er kaum deutlicher machen, was die AfD von unserem Staat, unserem Grundgesetz, unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung hält.

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