Das Landgericht verurteilt einen Rechtsextremen zu zehn Jahren Haft. Der Mann hatte eine Bombe am S-Bahnhof Veddel gezündet. Seine Gesinnung habe keine Rolle gespielt
Keine Reaktion war im Gesicht des Angeklagten Stephan K. zu sehen. Am Montagnachmittag verurteilte das Landgericht Hamburg den 52-Jährigen wegen versuchten Mordes zu zehn Jahren Haft. Der Angeklagte hatte am 17. Dezember vergangenen Jahres eine Plastiktüte mit 73 Schrauben und zwei pyrotechnischen Sprengkörpern auf dem Bahnsteig abgestellt und nach dem Einfahren einer S-Bahn gezündet. Die Tat sei „kein vorgezogener Silvesterspaß“ gewesen, wie vom Angeklagten behauptet, hob die Vorsitzende Richterin hervor. Es sei vielmehr ein „perfider und heimtückischer Anschlag“ gewesen, dessen Auswirkung Unbeteiligte schwer hätte verletzen können. Alleine dem Zufall sei es geschuldet, dass es nicht zu schweren Verletzungen gekommen sei.
Weiterlesen

Das Lehrer-Spitzel-Portal der AfD bekommt neuen Gegenwind. Nachdem die Beschwerdeseite mit satirischen Beiträgen geflutet wurde, meldet sich nun das Kollegium der Max-Brauer-Schule mit ernsteren Tönen: Ja, wir informieren über Demokratiefeinde. Und lassen uns das nicht verbieten – so in etwa lautet die Botschaft.

Weiterlesen

Die Hamburger Gedenkkultur hat mehrere große Baustellen. Kritik gibt es immer noch am Erinnerungsort im ehemaligen Gestapo-Hauptquartier, der sich in einer Buchhandlung befindet. Auch der „Kriegsklotz“ aus der Nazi-Zeit am Stephansplatz wirft Fragen auf. Fachleute haben jetzt in der Sendung „Treffpunkt Hamburg“ bei NDR 90,3 diese Problemfälle diskutiert und einen Gedenkort für die Kolonialzeit vorgeschlagen.
Hamburg entdeckt gerade ein altes Kapitel seiner Geschichte ganz neu - dass sich nämlich der Reichtum der Stadt auch auf Ausbeutung der Kolonien gründete. "Das mit einem sichtbaren Zeichen im Stadtzentrum und nicht nur am Stadtrand zum Ausdruck zu bringen, finde ich eine gute Idee", sagt Detlef Garbe, der Leiter der KZ Gedenkstätte Neuengamme. Ulrich Hentschel schlägt ein Mahnmal zwischen dem Woermannhaus (Afrikahaus), der Hauptkirche St. Petri und dem Rathaus vor. "Im Zentrum dieser Stadt ist der Kolonialismus betrieben und forciert worden. Dahin gehört auch ein solcher Ort", sagt der Pastor im Ruhestand, der die Hamburger Gedenkkultur seit Jahrzehnten begleitet und aktiv mitgestaltet. Wie Hentschel erinnert er auch an belastete Hamburger Straßennamen wie die Walderseestraße in Othmarschen. "Waldersee war ein deutscher General, der in China Massaker an der Zivilbevölkerung angerichtet hat." Dieses Erbe der Kolonialzeit zu diskutieren, sei eine Aufgabe, die noch vor den Hamburgern liege.
Weiterlesen

 

Die AfD kritisiert den ASB nach der Absage eines Erste-Hilfe-Kurses. Der ASB argumentiert aber mit seiner Geschichte unter den Nazis.
Berlin/Köln.  Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat einen Erste-Hilfe-Kurs bei der AfD-Fraktion abgelehnt und auf die eigene Geschichte verwiesen. „Der Arbeiter-Samariter-Bund war selbst Opfer von Rechtsextremismus und wurde 1933 von den Nationalsozialisten enteignet und zerschlagen“, heißt es in einer Mitteilung des Wohlfahrtsverbandes.
Zuvor hatte die AfD in einer Pressemitteilung die Absage des Erste-Hilfe-Kurses verkündet und die Grundsätze des ASB infrage gestellt. Die AfD-Fraktion verwies darauf, dass der ASB selbst den Anspruch habe, allen Menschen zu helfen und politisch unabhängig zu sein.

Weiterlesen

Flüchtlinge sind „Messermänner“ – mit dieser Aussage stellte AfD-Chefin Alice Weidel im Sommer Zuwanderer unter Generalverdacht. Jetzt fliegt dieses Wort den Rechtspopulisten in Hamburg um die Ohren! Ein AfD-Mitglied hat hier wohl auch zum Messer gegriffen – und einen Mann verletzt.

Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang September. Damals kam es zu Tumulten an einem AfD-Werbestand in Groß Flottbek. Der 40-jährige Kai Kamps (Name geändert) fühlte sich nach eigener Aussage von dem Infostand provoziert, wischte Flyer vom Tresen, woraufhin sich mehrere AfD-Anhänger auf ihn stürzten – einer offenbar bewaffnet.

Weiterlesen