Andreas Speit

Der Täter, Stephan Ernst, scheint gefasst. Die Ermittlungen im Mordfall Walter Lübcke laufen noch. Seit Anfang dieser Woche verdichten sich die Hinweise, dass Stephan Ernst, der sich über Jahre in der Neonazi-Szene bewegt hat, 1993 einen Bombenanschlag gegen Flüchtlinge verüben wollte, vorbestraft ist wegen versuchtem Totschlag, einer Messerstecherei und nun einen Mord begangen haben soll. Die Generalbundesanwaltschaft spricht selbst von einem ‚rechtsextremen’ Hintergrund.

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Konstantin Kumpfmüller

Ein mutmaßlicher Rechtsextremist wird verdächtigt, den Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke ermordet zu haben. Ein Blick in die Geschichte der extremen Rechten zeigt: Terror ist kein neues Phänomen.

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Redaktion

Mehr als 700 AntifaschistInnen demonstrierten am Montagabend, 17. Juni, spontan im Schanzenviertel gegen rechte Gewalt. Konkreter Anlass war der mutmaßlich rechtsterroristische Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Mit Parolen und Sprechchören wie „Nazis morden, der Staat macht mit – der NSU war nicht zu dritt“ wurde zum Ausdruck gebracht, dass der Mord an Lübcke kein Einzelfall sei, sondern rechte Gewalt immer wieder verharmlost werde. Die Polizei stoppte die Demonstration.

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Kommentar von Konrad Litschko

Noch immer ist vieles unklar im Fall Walter Lübcke. Aber immer deutlicher zeichnet sich ab: Der Mord könnte zu einem Fanal werden. Sollte die Erschießung des CDU-Politikers tatsächlich aus einem rechtsextremen Motiv heraus erfolgt sein, wovon die Ermittler derzeit ausgehen, dann ist das eine Ungeheuerlichkeit. Wir müssen über rechten Terror sprechen, und zwar ganz anders als bisher.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich die Stimmung im Land stetig hochgeschaukelt. Pegida, AfD und Anti-Asyl-Demonstranten schmähten Politiker als „Volksverräter“, riefen zum „Widerstand“ auf. Im Netz ließen Rechtsextreme ihren Gewaltfantasien freien Lauf. In Köln attackierte ein Rechtsextremer die Oberbürgermeisterkandatin Henriette Reker mit einem Messer, in Altena den CDU-Bürgermeister Andreas Hollstein. Beide wegen ihrer Flüchtlingspolitik.

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Stefan Lauer im Interview mit zwei Redakteur*innen des Projekts

In den späten 1980er Jahren erlebte die Partei „Die Republikaner“ mit ihrem Vorsitzendem Franz Schönhuber – einem ehemaligen SS-Mann – bundesweite Wahlerfolge. Bei der Europawahl 1998 bekam die Partei sieben Prozent der Stimmen. Als Reaktion auf den rechtsextremen Erfolg gründeten Antifaschist*innen das Magazin „der rechte rand“. Heute sind die Republikaner in der Versenkung verschwunden, ganz im Gegensatz dazu „der rechte rand“. Auch 30 Jahre später erscheint das Magazin alle zwei Monate und berichtet über Phänomene, Personen und Strategien rechtsaußen – immer aus antifaschistischer Perspektive. Wir haben uns mit Nina und Mark getroffen, zwei der Redakteur*innen des Projekts, und uns über Homestorys, die EU-Wahlen und vor allem 30 Jahre antifaschistischen Journalismus unterhalten.
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