Die Leute sagen, ein Gespenst gehe um in Europa, das Gespenst des linken Mobs. Allein, dieser vermeintliche linke Mob scheint hauptsächlich in den Köpfen derer zu existieren, die Antifaschismus für "genauso schlimm" wie Faschismus halten. Während JournalistInnen, KünstlerInnen, AktivistInnen, WissenschaftlerInnen und Privatpersonen heute einer Vielzahl Angriffen von Rechten und Rechtsextremen ausgesetzt sind, gibt es immer noch und immer wieder Leute, die davon reden, dass Gewalt von Linken oder Linksextremen im Moment das eigentliche Problem sei. Obwohl sie wissen könnten, dass Gewalttaten von links deutlich zurückgegangen sind.

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Es ist ein regnerischer Sonntagnachmittag in Frankfurt, dunkel und kalt – und trotzdem sind hunderte Menschen zur Möllner Rede im Exil ins Historische Museum gekommen. Im Saal, in dem gleich die Gedenkveranstaltung stattfinden soll, sitzen weit mehr als 200 Gäste. Junge und ältere Menschen, weiße Deutsche und Menschen of Color. In der Hoffnung, doch noch in den Saal zu kommen, stehen viele Menschen noch draußen. Am Eingang führen Mitarbeiter*innen einer Securityfirma Einlass- und Taschenkontrollen durch.

In der Nacht auf den 23. November 1992 waren Yeliz Arslan, Ayşe Yılmaz sowie ihre Großmutter Bahide Arslan bei Brandanschlägen in Mölln ermordet worden. Neonazis hatten Molotowcocktails in ihre Wohnung geworfen. Gerade einmal vier Jahre war die Möllner Rede Teil des offiziellen Gedenkens der Stadt Mölln. Dass die Familie und die Angehörigen die Redner*innen selbst aussuchen, schien nicht länger erwünscht. Als kritische Bestandsaufnahme zu gesellschaftlichem Rassismus, Neonazismus und Umgang mit Gedenken findet die Rede seitdem im Exil statt – dieses Jahr in Frankfurt unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

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Sie kamen mit bunten Fahnen und Transparenten: Rund 1500 Menschen haben am Sonnabend in Bad Segeberg gegen Neonazis und rechte Gewalt demonstriert. Die Kleinstadt in Schleswig-Holstein ist neue Wirkungsstätte eines vorbestraften Rechtsextremen, der versucht, hier einen „Arischen Zirkel“ aufzubauen.

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Der Sportverein TuS Appen musste lange vor Gericht kämpfen, um einen NPD-Kader ausschließen zu können. Anfang der Woche hat das Landgericht Itzehoe entschieden, dass der Ausschluss des Hamburger Landesvorsitzenden Lennart Schwarzbach zulässig war. Eine Klage gegen den Rauswurf wies das Gericht ab.

Der Vorsitzende des Sportvereins im Kreis Pinneberg, Wilfried Diekert, ist mehr als erleichtert. 2014 war Schwarzbach Mitglied des Vereins nahe Hamburg geworden, um Fußball zu spielen.

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Unter dem Motto "Grindel leuchtet" erinnern Anwohner des Hamburger Grindelviertels am Sonnabend an die ermordeten Juden in ihrem Stadtteil. Von 16.30 Uhr an wollen sie Kerzen neben die Stolpersteine stellen, die vor den Häusern auf die ehemaligen jüdischen Bewohner hinweisen. Seit 1995 erinnert der Künstler Gunter Demnig mit seinem Projekt durch kleine Gedenksteine an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bis jetzt wurden in Hamburg 5684 Stolpersteine verlegt.

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