Arslan, Avci, Tasköprü – drei Namen, die traurige Erinnerungen wecken. Erinnerungen an Blut, Springerstiefel, Hass und Heil-Hitler-Gegröle. Arslan, Avci, Tasköprü – das sind die Namen von Menschen, die sich nichts zu Schulden kommen ließen, die von Rassisten ermordet wurden, und zwar nur aus einem Grund: weil sie anders waren. Hinterbliebene und Angehörige aller drei Familien werden am Freitag, 21. Dezember, an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen, die am S-Bahnhof Landwehr stattfindet.
Anlass: Der Tod an Ramazan Avci, der sich zum 33. Mal jährt. Ramazan Avci hatte am 21. Dezember 1985 das Pech, auf seinem Nachhauseweg an einer berüchtigten Skinhead-Kneipe vorbeizukommen. Er wurde am S-Bahnhof Landwehr von Skinheads überfallen, gequält und misshandelt. Drei Tage später, Heiligabend 1985, erlag er seinen schweren Verletzungen.
Weiterlesen

Bei der Debatte über den Kulturetat wird es laut im Rathaus. AfD-Fraktionschef Alexander Wolf wird von allen Seiten scharf kritisiert.
Hamburg.  Ausgerechnet einer der kleinsten Etats sorgte am Mittwoch für großen Aufruhr bei der Haushaltsdebatte in der Bürgerschaft. Vom Gesamtetat von 15,5 Milliarden Euro entfallen laut Senatsentwurf 329,5 Millionen Euro auf die Behörde für Kultur und Medien.
Doch als der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Wolf ans Rednerpult tritt und seine Rede mit den Worten „Ich spreche hier und heute von Leitkultur“ beginnt, rumort es im Parlament. In linken Kreisen sei das Wort „Leitkultur“ immer noch ein Fremdwort, fährt Wolf fort und erntet dafür erste empörte Rufe aus den Reihen der Linken-Fraktion. Die Leitkultur sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration, so der AfD-Fraktionschef. Wolf kritisiert, dass seine Vorredner sich zu diesem Punkt „gar nicht oder nur in polemischer Hinsicht geäußert haben“, da Leitkultur und Integration für ihn ein wichtiger Ausschnitt der Kulturpolitik seien.
Das sehen die übrigen Parteien anders. Von allen Seiten kommen Rufe des Unmuts, mehrere Abgeordnete versuchen Zwischenfragen zu stellen, die von Wolf abgewiesen werden, einige verlassen sogar den Saal. Doch der AfD-Fraktionsvorsitzende lässt sich nicht beirren und fordert die „komplette Streichung“ der Mittel für einzelne interkulturelle Projekte.
Weiterlesen

Die Hamburger AfD stört sich an der „Erklärung der Vielen“ und fragt den Senat, ob sich Kultureinrichtungen überhaupt gegen rechtspopulistische Tendenzen einsetzen dürfen
Die Große Anfrage ist 19 Seiten lang. Mit 106 Fragen möchte die AfD-Bürgerschaftsfraktion wissen, ob die Behörde für Kultur und Medien (BKM) und öffentlich geförderte Kultureinrichtungen parteipolitische und weltanschauliche Einflussnahmen gegen die AfD unterstützten und vorantreiben. Der Anlass: „Die Erklärung der Vielen“.
Am 9. November stellten zahlreiche Künstler und mehrere Kulturinstitution auf Kampnagel die „Erklärung der Vielen“ vor. 80 Jahre nach der Reichspogromnacht wollten Initiatoren und Unterzeichner ein „deutliches Zeichen gegen rechtspopulistische Tendenzen und Einflussnahme auf die Kunst- und Kulturszene setzen“. Auch in Berlin, Düsseldorf und Dresden wurde die Erklärung vorgestellt.
Weiterlesen

Er rief nach einem HSV-Spiel die antisemitische Parole „Leute, wehrt euch, kauft nicht bei Juden!“ im S-Bahnhof Stellingen und kassierte wegen Volksverhetzung einen Strafbefehl über 3000 Euro (100 Tagessätze à 30 Euro). Fabian P. (29) wehrte sich. Am Montag fand am Amtsgericht die Hauptverhandlung statt. Am Ende stand eine noch höhere Geldstrafe – trotzdem konnte der Angeklagte sich freuen.
Weiterlesen

Offenbar gibt es großen Zoff in Hamburgs rechter Szene. Die Ultra-Rechten, so scheint es, zerlegen sich gerade selbst – zumindest verbal. Die Streithähne schrecken nicht mal davor zurück, sich gegenseitig Prügel anzudrohen. Der Grund: die jüngste Merkel-muss-weg-Demo in Hamburg. Streitpunkt dabei: die Haltung zu Israel. Ort der Auseinandersetzung: Facebook.
Thorsten de Vries, ein berüchtigter Hamburger Neonazi, hat den Streit vom Zaun gebrochen, als er mit dieser öffentlichen Forderung überraschte: „Keine Anti-Merkel-Demos mehr in Hamburg. Notfalls werden wir alle zukünftigen Demos im koordinierten Zusammenspiel mit revolutionären linken Aktionsgruppen verhindern.“
Weiterlesen