Der leitende Mitarbeiter der Ausländerbehörde Gunnar Eisold (43) war am 13. August Ziel einer Attacke. Ein großer Stein flog durch seine Terrassentür, "Abschiebung = Mord" sprühten Unbekannte auf die Hauswand seines Wohnhauses. Die Aktion wurde in der Hamburger Medienlandschaft mit dem antirassistischen- und Klimacamp in Verbindung gebracht. Am 30.08. machte Eishold nun laut Hamburger Morgenpost die Kirche für diesen Anschlag mitverantwortlich. Durch ihre Kritik, die "Ausländerverwaltung" habe rechtswidrig gehandelt, habe die Kirche "für die Gewalttäter argumentative Vorarbeit geleistet", schreibt Eisold der Bischöfin Maria Jepsen. Die MoPo weiter:

"Der Abgeordnete aus Ohlsdorf macht vor allem der zur nordelbischen Kirche gehörenden Beratungsstelle "Fluchtpunkt" Vorwürfe: "Gewalt hat ein gesellschaftliches Umfeld, durch das sich Täter bestärkt fühlen. (...) Leider haben nicht nur extreme Gruppen, sondern auch die Kirche über die Beratungsstelle ,Fluchtpunkt` in den letzten Jahren der Ausländerverwaltung und ihren Mitarbeitern den Vorwurf des Unrechts und sogar des systematisch rechtswidrigen Handelns gemacht", schreibt Eisold.

Uwe Giffei von "Fluchtpunkt" ist "erschüttert": "Einen solchen Zusammenhang herzustellen ist diffamierend und absurd." In der Praxis der Hamburger Ausländerbehörde komme es immer wieder zu rechtswidrigen Verwaltungshandlungen. "Insofern ist es absolut nichts Ungewöhnliches, Ungehöriges oder Aufstachelndes, wenn das Handeln der Ausländerbehörde im Einzelfall als rechtswidrig bezeichnet wird." Man halte dies im Gegenteil für demokratische und auch christliche Pflicht.

Auch Bischöfin Jepsen zeigt sich "verwundert", wie ihr Sprecher Thomas Kärst mitteilt. "Wir weisen die Anschuldigung ganz scharf zurück. Sie ist durch nichts zu rechtfertigen. Herr Eisold tut gut daran, sich zu mäßigen", so Kärst. Übernächste Woche soll es ein klärendes Gespräch geben.“

Mittlerweile fordert der Hamburger Ver.Di-Chef Wolfgang Rose laut MoPo vom 01.09. Eishold öffentlich auf, sich bei Bischöfin Jepsen und der Nordelbischen Kirche zu entschuldigen.