Es sind die Kontinuitäten, die Mouctar Bah umtreiben. Die Kontinuitäten der rassistischen Gewalt in Sachsen-Anhalt, in Deutschland – und der kontinuierliche Einsatz dagegen. Die antirassistische Demo, die am Donnerstag durch Dessau zieht, hat der 47-Jährige mitorganisiert. Dort lebt er mit seiner Familie, dort engagiert er sich in der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh. „Für uns ist das, was in den USA passiert ist, keine Überraschung“, erklärt er am Telefon. „Doch diesen Rassismus gibt es auch vor unserer Tür. Er ist nur nicht immer live im Video zu sehen.“

Seit sein Freund, der Asylsuchende Oury Jalloh aus Sierra Leone, 2005 im Dessauer Polizeigewahrsam verbrannte, hat sich Mouctar Bah der Aufklärung dieses Todes verpflichtet. „Wir konnten das nicht wahrhaben“, erinnert Bah sich und meint die anfängliche Behauptung der Behörden, Jalloh habe sich selbst angezündet. Bah und sein Freundeskreis sammelten Geld für unabhängige Autopsien und Brandgutachten.

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