Kein Tsunami war über die Donau gefegt, kein Atomkraftwerk in Brunsbüttel explodiert und dennoch stand Deutschland vergangene Woche kurz vor dem Untergang. Vom Angriff auf die Meinungsfreiheit durch linke Faschisten war in Sozialen Medien die Rede. Vom Ende der Debattenkultur mittels NS-Methoden konnte man in Kommentarspalten lesen. Ja, gar die Demokratie sei in Gefahr, hieß es in manchen Zeitungen.

Der Grund für die Untergangprognosen kam dann allerdings doch überraschend unspektakulär daher: An einer Hamburger Uni hatten Studenten die Vorlesung des AfD-Mitgründers Bernd Lucke gestört. Der war eigentlich gekommen, um über Makroökonomie zu referieren, musste dann aber unter Polizeibegleitung den Hörsaal verlassen. Nicht nett. Aber kommen Sprechchören und geworfenen Papierkügelchen linker Störer wirklich der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten gleich, wie es beispielsweise die CSU formulierte?

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