Das Künstlerinnenduo „missing icons“ hat den Wettbewerb zur Gestaltung des Außenbereichs der ehemaligen Hamburger Gestapo-Zentrale gewonnen.
 Noch ist der Gedenk­ort „Stadthaus“ in der Hamburger Innenstadt ein provisorischer. Noch ist der Streit darüber, ob die bisher veranschlagten rund 70 Quadratmeter Ausstellungsfläche in dem modernisierten 100.000 Quadratmeter großen Bau die vielfältige Verfolgungsgeschichte der ehemaligen NS-Gestapo- und Polizeizentrale ausreichend darstellen kann, alles andere als beigelegt.
Immerhin ist jetzt etwas auf den Weg gebracht, das für Aufmerksamkeit wie Konfrontation vor Ort sorgen könnte: eine Art „dreidimensionaler Stolperstein“, der als ein „Denkzeichen“ für Passanten wie für Besucher agieren könnte, wie es in der Ausschreibung zu einem Kunstwettbewerb der Hamburger Kulturbehörde umschreibend hieß. Initiiert auf Empfehlung des nachträglich eingerichteten Fachbeirats ist sie wohl auch ein Versuch der Behörde, den offenkundigen Unmut, der unter den Hinterbliebenen-Organisationen der NS-Opfer, aber auch in der Historiker-Szene nach Bekanntgabe erster Konzept­ideen ausbrach, wenigstens abzumildern. Nach dem Motto: Okay, wir tun etwas. Beziehungsweise: Wir versuchen es mal. Und wozu gibt es Kunst im öffentlichen Raum?

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