Rund 500 Kulturinstitutionen in Deutschland haben sich inzwischen dem Bündnis «Die Vielen» angeschlossen. Sie werben für eine offene Gesellschaft ohne Ausgrenzung. Künstler beklagen, dass sie zunehmend Anfeindungen aus der rechten Ecke ausgesetzt seien.

Berlin (dpa) - Wenn das Theater die Justiz beschäftigte, ging es früher häufig um die Verletzung religiöser Gefühle. Jetzt haben Staatsanwälte und Richter immer wieder Inszenierungen zu prüfen, weil Rechte Anstoß nehmen. Gegen das im Herbst 2015 uraufgeführte Stück «Fear» von Falk Richter an der Berliner Schaubühne klagte unter anderem erfolglos die AfD-Politikerin Beatrix von Storch, da Fotos von ihr verwendet wurden. Im westfälischen Paderborn zeigte der AfD-Kreisverband das Theater wegen Verleumdung und Volksverhetzung an. Die Lokalpolitiker nahmen an einer Grafik im Spielzeit-Heft Anstoß. Darin waren unter anderem Wahlergebnisse der NSDAP und der AfD gegenübergestellt. Die Staatsanwaltschaft nahm keine Ermittlungen auf, da es hierfür keine rechtlichen Voraussetzungen gab.
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