Das ist weitgehend Konsens unter Deutschlands Demokraten: Bloß nicht mit der AfD! Deren Vertreter gelten landauf, landab als unseriös, gefährlich – oder beides. Da finden sich haufenweise Extremisten, Rassisten und Holocaust-Verhöhner – Gestalten, mit denen man wenig zu tun haben will. Aber die AfD-Wähler! Deren Sorgen müssen wir alle mitdenken, so erklären uns Politiker aller Parteien. Deren Ängste müssen wir in Gesetzesform gießen! Doch müssen wir das wirklich? Oder wäre es nicht höchste Zeit, AfD-Fans rechts stehen zu lassen und endlich wieder Politik für die Mehrheit zu machen?
Es gab Zeiten, da mochte man der AfD eine Existenzberechtigung einräumen. Als eurokritische Partei, als Partei des radikalen Egoismus in der Wirtschaft, im Sozialleben. Nicht schön, aber hey: Wir leben in einer Demokratie! Aber heute? Nach rassistischen Pöbeleien, Scherzen über Auschwitz, nach dem offenen Schulterschluss mit Hooligans und Neonazis?
Das macht die AfD aus: Dieses Kokettieren mit den primitivsten Vorurteilen, mit den miesesten Instinkten eines bestimmten Teils der Bevölkerung. Den es immer gab, den es vermutlich auch immer geben wird. Der sich aber jetzt endlich mal verstanden fühlt und draufloswählt. Gegen „die da oben“, gegen Frauen, Fremde, Schwule und alles andere, vor dem sie Angst haben.
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