Unternehmen sei Neutralität verpflichtet. Plakate für Gedenkveranstaltung seien klar politisch. Auschwitz-Überlebende ist empört.
Hamburg. Knickt Hamburg vor dem Druck vom rechten Rand ein? So hat das deutsche Auschwitz-Komitee eine Absage der Hochbahn für Gedenkplakate interpretiert und sich deshalb in einem offenen Brief bei Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) beschwert.
In dem Schreiben beklagt die Vorsitzende und Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano, dass die Hamburger Hochbahn als städtisches Unternehmen dem Komitee das Plakatieren für eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Gemeinsam gegen den Hass" verbietet. Die Matinee mit dem Untertitel "Gegen das Vergessen" diene dem Gedenken – 74 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar.
Auschwitz-Überlebende: "Das ist ein einmaliger Vorgang"
Der Vorgang, schreibt Bejarano, besorge das Komitee zutiefst und erwecke den Eindruck, "als würde sich ausgerechnet ein öffentliches Unternehmen, die Hochbahn Hamburg, im vorauseilenden Gehorsam dem möglichen Druck rechter Kreise beugen". Die Vorsitzende: "Das ist ein bisher einmaliger Vorgang, denn wir plakatieren unsere Veranstaltungen zur Erinnerung an die Pogromnacht und an die Befreiung des KZ Auschwitz dort regelmäßig ganz problemlos."
Weiterlesen