Der 75 Jahre alte Angeklagte hat einen Studenten geschlagen – und das Urteil gegen ihn durch Sturheit vor Gericht erzwungen.
Hamburg. Das, was Reinhold O. seine „kurze Version“ nennt, dauert etwa zwanzig Minuten. So lange braucht der Mann für seine Darstellung als Angeklagter, dem Körperverletzung vorgeworfen wird. Doch für den 75-Jährigen ist es mehr eine Geschichte vom „einsamen Wolf“, von einem Mann, der „seit einem halben Jahrhundert ein Abwehrprogramm gespeichert“ habe und schließlich „in eine Falle“ geraten sei.
So sieht das der weißhaarige Mann, der zur Reichsbürgerszene zählt, einer losen Gruppierung von Menschen, die die Existenz der Bundesrepublik als souveräner Staat bestreiten und sich deshalb unter anderem weigern, Steuern zu zahlen; für sie besteht das Deutsche Reich weiter fort. Mehrere Leute, offenbar Gesinnungsgenossen, hat der Angeklagte im Schlepptau. Auch ein Mann aus der Hamburger NPD-Spitze sitzt mit im Gerichtssaal.

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