Stell dir vor, du bist als Jugendlicher vor dem Krieg geflüchtet, aus Syrien zum Beispiel. Wenn es gut läuft, schaffst du es an einen sicheren Ort, zum Beispiel nach Deutschland. Und wenn es richtig gut läuft, bekommst du einen Vormund, der es gut mit dir meint, also einen Erwachsenen, der dir hilft, dich in Deutschland zurechtzufinden. Jemanden, der dich rechtlich vertritt bis du 18 Jahre alt bist. Er verwaltet dein Geld, kümmert sich um eine Unterkunft für dich.

Und jetzt stell dir vor, dieser Mensch wäre ein Rechtsextremer. Ein Mensch, der dich am liebsten nach Syrien zurückschicken würde. Das ist das Horrorszenario, das die sogenannte Identitäre Bewegung heraufbeschwören möchte. Das ist eine kleine Gruppe Rechtsextremer, die sich als Mischung aus Burschenschaft und Hipstern inszeniert, und bislang hauptsächlich mit PR-Aktionen Aufsehen erregt hat.

Auf Facebook ruft der Hamburger Ableger der Gruppe ihre Anhänger dazu auf, Vormundschaften für minderjährige Flüchtlinge zu übernehmen. Die Migranten sollen von einer Rückkehr überzeugt werden, weil sie in Deutschland angeblich keine Zukunft hätten.

Was steckt wirklich hinter dem Aufruf!