Neues Deutschland, von Sebastian Weiermann

AfD-Fraktionsmitglied Kay Gottschalk stellt sich ebenfalls auf. Hamburger AfD-Mitglieder verteilen beim Essener Parteitag Flugblatt gegen ihn. Gottschalk teilt mit, bald in NRW zu leben

Langsam ist es soweit - die Parteien in den Bundesländern stellen ihre Listen für die Bundestagswahl auf. So auch die Alternative für Deutschland in Nordrhein-Westfalen. Wahlversammlungen bei der AfD in NRW sind immer ein besonderes Happening. Nach stundenlangen Debatten über Formalitäten, etwa bei der Frage ob die Kandidaten einzeln oder im Block gewählt werden oder wie lange sie sich vorstellen dürfen, geht es endlich mit den Vorstellungen los.

Beim ersten Platz auf der Landesliste für die Bundestagswahl geht es zwar faktisch nur um ein Symbol, denn beim derzeitigen Stand dürfte mehr als eine Handvoll Rechtspopulisten aus NRW in den Bundestag einziehen. Aber Symbole und Machtspiele sind in der AfD wichtig. Besonders der nordrhein-westfälische Landesverband ist derzeit von Streitigkeiten beherrscht. Vor knapp drei Wochen in Oberhausen hatte der Landessprecher Marcus Pretzell bei einem Parteitag noch erklärt: »Mit Martin Renner ist kein Wahlkampf möglich.« Renner ist neben Pretzell der zweite Landessprecher. Daraufhin wurde hinter verschlossener Tür über zwei Stunden schmutzige Wäsche gewaschen – mit dem Ziel Martin Renner aus dem Landesvorstand abwählen. Damit scheiterte Pretzell. Zwar fand sich seinerzeit eine Mehrheit gegen Renner, diese reichte allerdings nicht aus. Das für eine Abwahl nötige Quorum von zwei Dritteln wurde nicht erreicht.

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