Interview taz, Marco Carini

Jörn Kruse, Landes- und Fraktionschef der AfD in Hamburg, über Fehler der neuen Bundesparteispitze, seinen „irrelevanten“ Hamburger Stellvertreter Dirk Nockemann – und die Gründe für seinen Verbleib in Partei.

taz: Herr Kruse, auf dem Bundesparteitag der AfD hat sich am vergangenen Wochenende der nationalkonservative Flügel durchgesetzt. Wie bewerten Sie die dortigen Ergebnisse?
Jörn Kruse: Ich bewerte sie als Katastrophe, weil sie deutlich machen, dass wir inzwischen zu einer rechten Partei geworden sind und vermutlich auch immer mehr werden. Das ist natürlich nicht meine Richtung.

Auf welchen Politikfeldern erwarten sie einen weiteren Rechtsruck?
Das gilt für Themen wie Zuwanderung, den Islamismus, die Kriminalität oder Gender Mainstreaming, bei denen man sehr sorgfältig argumentieren muss. Viele, die auf dem Bundesparteitag die Mehrheit gestellt haben, sind da sehr, sehr populistisch unterwegs und sagen Dinge, die ich niemals akzeptieren könnte.
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