Hamburger Abendblatt, Christian Unger

Es liest sich wie die harmlose Anzeige für einen Freizeittreff: "Partys, geniale Reisen überallhin, Schule, Studien und Berufshilfe und vieles mehr." So wirbt die Schülerburschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg im Internet um neue Mitglieder. Im Semesterprogramm stehen ein Sommerfest, Fahrten und Stammtische. Man richte sich an Jugendliche ab 16 Jahren. Das ist die Oberfläche.

Wer in die Welt der Burschenschaften vordringen will, muss mühsam vorarbeiten: über zahme Einträge auf Facebook, über Verfassungsschutzberichte, interne Dokumente, Aussagen von Aussteigern. Das harmlose Bild der Chattia als spaßige Verbindung aus Schülern und "Alten Herren" weicht dem einer konspirativen Gruppe, schwer einsehbar für Außenstehende, aber klar in der Haltung: Und die ist laut Verfassungsschutz eindeutig rechtsextrem. Am Sonnabend findet das bundesweite Jahrestreffen der Schülerburschenschaften in Hamburg statt. Ausrichter ist der Dachverband "Allgemeiner Pennäler Ring" (APR), das größte Bündnis der Bewegung. Auch die Chattia ist dabei.

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