Süddeutsche Zeitung, Tanjev Schultz
Mit einer eingespielten Fanfare beginnt am Samstag der Bundesparteitag der NPD, der mit einer Kampfabstimmung und der Wiederwahl des Vorsitzenden Holger Apfel enden wird. Etwa 170 Delegierte sitzen im Saal eines Landgasthofs in Weinheim, Baden-Württemberg. Eine Schar von Demonstranten ruft draußen: "Nazis raus!" Drinnen sitzen die Rechtsextremisten, die Polizei hat die Zufahrtstraße weiträumig gesperrt.
Bis kurz vor Beginn des Treffens war nicht öffentlich bekannt, wo genau die NPD ihren Parteitag abhalten würde. Unter konspirativen Umständen reisten die Delegierten an einem Tag an, den viele Neonazis wie einen Feiertag begehen, weil Adolf Hitler am 20. April Geburtstag hatte. Alles nur Zufall, sagt dazu ein NPD-Sprecher. Angeblich hätte man gerne einen anderen Termin gewählt, das sei aber nicht möglich gewesen. Ursprünglich wollte die NPD ihren Parteitag vor zwei Wochen in Oberfranken abhalten, musste ihn aber wegen einer Baustelle absagen.
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