Spiegel online, Florian Diekmann

Neuer Eklat in der Deutschen Burschenschaft: Ein hoher Funktionär hetzt in einem Leserbrief gegen den Theologen Dietrich Bonhoeffer. Er bezeichnet ihn als "Landesverräter" und verteidigt dessen Hinrichtung durch das NS-Regime. Dem Dachverband droht nun die nächste Zerreißprobe.
Schlechter könnte es für die Deutsche Burschenschaft (DB) kaum laufen, einen der ältesten Dachverbände der deutschen Verbindungsszene. Bald steht wieder der Burschentag an, das wichtigste Treffen der Burschenschafter, zu dem Vertreter aller Mitglieder nach Eisenach kommen. Und wieder sieht es so aus, als würden Rechtsextreme das öffentliche Bild prägen.
Schon im vergangenen Jahr endete der Burschentag im Eklat: Der Streit um einen "Ariernachweis" führte die DB mit ihren 120 Bünden und knapp 10.000 Verbandsbrüdern nah an die Spaltung. Entzündet hatte sich die Auseinandersetzung an einem chinesischstämmigen Burschenschafter: Einigen Bundesbrüdern war er nicht deutsch genug. Es war ein Desaster für die Burschenschaften. Der Großteil der studentischen Verbindungsszene distanzierte sich, der Imageschaden war beträchtlich, selbst internationale Medien berichteten über den Rassismus in der DB.
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Anmerkung: Norbert Weidner ist auch in Hamburg ein einflussreicher Alter Herr. Der studierte Wirtschaftsjurist kam schon vor Jahren in die Hansestadt, ist hier im Vorstand der "Vereinigung Alter Burschenschafter", dem Vorstand der örtlichen DB-Burschenschafter und gehört auch in Hamburg zu den rechten Strippenziehern mit guten Beziehungen zur "Hamburger Burschenschaft Germania" und der neofaschistischen "Pennalen Burschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg".