Petra Schellen, taz-nord
Eine Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme erinnert an die jüdische Bestseller-Autorin Else Ury. Sie fühlte sich als Deutsche, verehrte anfangs sogar Hitler. Auch als sie wusste, was auf sie zukam, weigerte sie sich, Deutschland zu verlassen.
Am Anfang war ein Haus. Genauer: Das Foto eines Hauses irgendwo im schlesischen Riesengebirge, das heute zu Polen gehört. Neben einer Jugendstil-Apotheke lag die schöne Jahrhundertwende-Villa, die Michael Ebeling aus Hamburg-Bergedorf 1998 fotografierte. Er war auf einer Gedenkstättenreise nach Auschwitz, wo er dann den Koffer der "Nesthäkchen"-Autorin Else Ury sah. Dass es eine Verbindung zur schlesischen Villa gab, wusste Ebeling da noch nicht.
Jahre später hat er ein Foto der Villa in einem Buch wiedererkannt. Es war Marianne Brentzels "Nesthäkchen kommt ins KZ" und beleuchtete die Vita Else Urys, von der kaum jemand wusste, dass sie als Jüdin von den Nazis ermordet wurde.
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