Birgit Gärtner, Telepolis

Hamburg achtet sehr auf sein Image als weltoffene und liberale Metropole. Der ehemalige erste Bürgermeister Ole von Beust (CDU) verkörperte genau den Typus Hanseaten, von dem die meisten Hamburgerinnen und Hamburger sich gern in der Öffentlichkeit vertreten lassen wollten: weltgewandt, mit einem Hauch Understatement, locker und charmant, kurzum Everybody's Darling.

Der strahlende Sunnyboy lächelte scheinbar mehr, als dass er regierte. Darüber geriet in der Öffentlichkeit bisweilen in Vergessenheit, dass er seinen Posten der Koalition mit dem ehemaligen "Richter Gnadenlos", dem Rechtspopulisten Ronald Barnabas Schill, zu verdanken hatte, und in letzter Konsequenz für die gesamte Politik des Senats verantwortlich war. Auch für die des als rechten Hardliner bekannten Innensenators Christoph Ahlhaus.

Dieser hingegen entspricht nicht dem Bild von "Everybody's Darling", ist ein Quiddje, also ein Zugereister, ein Nicht-Hamburger, der Schlagzeilen machte, weil er Unsummen für die Sicherheit seiner Privatvilla ausgab - öffentliche Gelder, versteht sich, und obendrein wurde seine Verbindung zu der "Turnerschaft Ghibellinia" bekannt.

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