Hamburger Abendblatt (17.01.09), von Jan-Eric Lindner

Die Ultrarechten erwarten Besuch: Wenn am Sonnabend an der Sierichstraße die schmissigen Mitglieder der "Burschenschaft Germania" zum "Reichsgründungskommers" zusammenkommen, wird es gebetene - und weniger gebetene - Gäste geben. Zu der Veranstaltung der NPD- und DVU-nahen Burschenschaft reist ein namhafter Redner aus Düsseldorf in die Winterhuder Sierichstraße: NPD-Redner Dr. Björn Clemens wird zum Thema "Schicksalsfrage Geschichtsbewusstsein" referieren. Das "Hamburger Bündnis gegen Rechts" und andere Initiativen haben zum Protest aufgerufen, die Polizei ist vorbereitet.

Die völkische Burschenschaft Germania, eine "pflichtschlagende Vereinigung" gilt auch unter den studentischen Verbindungen als weit rechtsaußen. Immer wieder referieren Neonazis in dem Männerbündnis, das das Andenken an Hitlers Generalleutnant Dr. Karl Mauss hochhält, einen Burschenschaftler, der 1945 mit höchsten Nazi-Weihen geehrt wurde. Trotz enger Verbindungen zu NPD und DVU wird die Burschenschaft derzeit nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Für Christiane Schneider, die innenpolitische Sprecherin der Linken, ist es ein Skandal, dass die Innenbehörde derzeit keine Ambitionen zeigt, die Burschenschaft zu verbieten: "Die Vereinigung arbeitet seit Jahren mit organisierten Rechtsextremisten zusammen", so Schneider.

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