Am kommenden Sonntag den 29. September wollen Nazis unter dem Motto
„Michel, wach endlich auf“ vom Rödingsmarkt zur Michaelis Kirche und
wieder zurück marschieren. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR)
ruft deshalb dazu auf, ab 11:30 gemeinsam dagegen auf die Straße zu
gehen.

Der bürgerliche Lack ist ab

Inzwischen bezweifelt niemand außer der AfD, dass es sich bei dem
Spektrum, welches am Sonntag marschieren möchte um eine braune Melange
handelt. Hatte man früher unter dem vermeintlich anschlussfähigen Motto
„Merkel-muss-weg“ (MMW) Kundgebungen abgehalten, so präsentiert man sich
jetzt als „Deutscher Michel“, welcher das christliche Abendland retten
wolle und verbreitet antimuslimische und flüchtlingsfeindliche Hetze.
Auch die letzten Leugner des gesellschaftlich gemachten Klimawandels
will man mobilisieren, mit populistischer Propaganda gegen
„Klimaabzocke“. Die Veranstalter*innen sind jedoch die gleichen wie bei
MMW: Althooligans, Aktivisten der extremen Rechten und der AfD.
Die angekündigten Redner sind inzwischen noch weiter rechts angesiedelt,
statt des abgehalfterten Journalisten Matthias Matussek, konnten die
Veranstalter diesmal nur noch die B-Prominenz der völkischen Agitatoren
gewinnen: Der einschlägig verurteilte Michael Stürzenberger soll über
„Islamisten in Hamburg“ sprechen – kommt jedoch aus München. Für die
Klimaleugner*innen konnte Hartmut Issmer gewonnen werden. Er sprach
letztes Jahr in bester NS-Tradition von einer Verschwörung der
„internationalen Hochfinanz“ mit dem Kommunismus und bediente damit alte
antisemitische Propaganda-Bilder eines „jüdischen Bolschewismus.“ Der
dritte Redner, Dominik Roeseler war früher Ratsherr der extrem rechten
Partei „Pro NRW“ und leitete 2014 einen Aufmarsch der „Hooligans gegen
Salafisten“ (HoGeSa).

Unsere Redner*innen

Dieser braunen Propaganda treten wir bewusst mit einer Reihe von
Redner*innen aus Organisationen von Geflüchteten und Migrant*innen
entgegen. Es werden sprechen: Women in Action, Lampedusa in Hamburg,
Jugend ohne Grenzen und DIDF – Förderation demokratischer
Arbeitervereine. Das Bündnis Endegelände wird außerdem das Thema
Klimaleugnung durch die extreme Rechte aufgreifen. Und wir freuen uns,
dass sich Pröpstin Isa Lübbers und Hauptpastor und Propst Dr. Martin
Vetter gemeinsam auf unserer Kundgebung für eine demokratische, offene,
vielfältige und solidarische Gesellschaft aussprechen werden.

Keinen Fußbreit den Rassist*innen
Wir haben 2018 und dieses Jahr zusammen mit tausenden von Menschen aus
Antifa und Zivilgesellschaft immer wieder deutlich gemacht, dass in
Hamburg kein Platz für rassistische Hetze ist. Dies werden wir auch
diesmal tun und fordern alle Hamburger*innen auf mit uns am Sonntag auf
die Straße zu gehen. Gemeinsam müssen wir eine breite antifaschistische
Zivilgesellschaft schaffen mit dem Ziel, diese Veranstaltungen zu
beenden. Alle sind aufgefordert, im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu
beizutragen und sich dem rechten Treiben zu widersetzen.

Demonstration: 11:30 Uhr Stadthausbrücke/Neuer Wall pünktlich
Abschlusskundgebung 12:30 – 14:30 Neanderstraße/Ludwig-Erhard-Straße

Hamburger Bündnis gegen Rechts