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Mordversuch: Rechte greifen Antifaschist*innen mit Auto an /
Zurückweisung der Polizei-Darstellung

Am gestrigen Samstag, den 17.10.2020, wurden fünf Demonstrierende in
Henstedt-Ulzburg Opfer eines Mordversuchs mit einem Auto durch
AfD-Sympathisanten. Die Opfer nahmen an einer Protestkundgebung gegen
die AfD teil. Am Rande der Kundgebung steuerte ein offensichtlicher
Sympathisant der Partei sein Auto in eine Ansammlung von
Antifaschist*innen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Eine Person
musste noch bis Sonntag im Krankenhaus behandelt werden. Aufstehen gegen
Rassismus Hamburg weist die Darstellung der Polizei Bad Segeberg
(Pressemitteilung vom 17.10.2020 – 20:31:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/19027/4736919) aufgrund eigener
Beobachtungen entschieden zurück und fordert, dass rechte Anschläge als
solche benannt und die Gefahr rechter Ideologie und Strukturen endlich
ernst genommen und bekämpft werden.

Am Samstagabend versammelten sich etwa 200 Demonstrierende vor dem
Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg, um gegen den Besuch des
AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen beim Kreisverbandstag der
AfD-Segeberg, gegen Rassismus und die menschenverachtende und in Teilen
faschistische Politik der Partei zu demonstrieren. Vier Männer, die beim
Verkleben rechter Sticker beobachtet worden und durch das Äußern rechter
Parolen aufgefallen waren, wurden durch die Versammlungsleiterin der
Protestkundgebung verwiesen. Nachdem die Männer in einen parkenden VW
Amarok gestiegen waren, beschleunigte der Fahrer abrupt und lenkte
seinen Wagen gezielt auf eine Gruppe Protestierender auf dem Gehweg und
auf die angrenzende Rasenfläche, auf der sich Menschen in Sicherheit
bringen wollten. Dabei wurden fünf Menschen verletzt, eine Person schwer.

Ein Augenzeuge, der bei der Kampagne Aufstehen gegen Rassismus Hamburg
aktiv ist und beim Protest anwesend war, weist die Darstellungen der
Polizei, nach denen es sich lediglich um einen „Verkehrsunfall“
gehandelt haben soll, entschieden zurück: „Es ist für mich ganz klar,
der Fahrer hat beschleunigt, ist auf den Fußgängerweg und wollte
Menschen überfahren. Das heißt, er hat in Kauf genommen uns zu töten!“
Wie die Polizei mitteilte, ermittelt sie jedoch lediglich wegen
gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, und hat den mutmaßlichen
Täter auf freien Fuß gesetzt.

„Dieses Beispiel zeigt ganz klar, dass menschenverachtende Ideologie,
wie sie die AfD vertritt, Menschen dazu ermutigt, tätliche Gewalt gegen
Menschen anzuwenden. Nach den Morden in Halle, Hanau und dem Mord an
Walter Lübcke richtete sich der Terror gestern erneut gegen politisch
Andersdenkende“, sagt Leo Kollwitz von der Kampagne Aufstehen gegen
Rassismus Hamburg. Er kritisiert das Verhalten der Polizei scharf, denn
diese hat den mutmaßlichen Fahrer bereits auf freien Fuß gesetzt und
ermittelt lediglich wegen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.
„Durch ihre Darstellung wird rechter Terror verharmlost. Dieses
Verhalten wirft wieder mal ein schlechtes Licht auf die Polizei. Die
fast täglich bekannt werdenden rechten Netzwerke und der offenbar
strukturelle Rassismus in der Polizei werfen die Frage auf, ob uns diese
Institution wirklich vor den Gefahren nazistischer und rechter Akteure
schützen kann!“

https://www.agr-hamburg.org/

Aufstehen gegen Rassismus Hamburg ist die Ortsgruppe einer bundesweiten
Mitmachkampagne verschiedener Organisationen, Parteien, Verbänden und
Einzelpersonen. In Hamburg veranstaltet die Ortsgruppe unter anderem
regelmäßige, offene Treffen, Workshops zum Umgang mit Alltagsrassismus
und begleitet den Hamburger AfD-Wahlkampf mit Protesten auf der Straße.
Zuletzt machte sie am 17.10.2020 durch eine Protestkundgebung auf die
mangelnde Aufarbeitung der sog. „Völkerschauen“ im Hagenbecks Tierpark
aufmerksam.

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