AfD-Watch Hamburg geht online…
Informationspool zur kritischen Auseinandersetzung mit der Hamburger AfD
+++ Mahnwache am Stadthaus +++ jeden Freitag von 17.00 – 18.00 Uhr Stadthausbrücke / Ecke Neuer Wall +++
Petition unterschreiben
Rechte Hetze tötet! Geistige Brandstifter benennen und bekämpfen!
Kein Schlussstrich! Veranstaltungsreihe
Misch Dich ein! AGR Aktiventreff
Werde Stammtischkämpfer*in
Noch nicht einmal Aufklärung, Gedenken an Süleyman Taşköprü

Der Kupferkrug hat soeben die Veranstaltung der AfD abgesagt. Die Reservierungsanfrage sei ohne die Angabe AfD-Veranstaltung erfolgt. Das Restaurant distanziere sich von der AfD.

Sehr geehrte Damen und Herren des Restaurant Kupferkrug,

laut uns vorliegenden Informationen soll in Ihren Räumen am Donnerstag den 13. Februar eine Wahlkampfveranstaltung der AfD mit der stellvertretenden Bundessprecherin der Partei, Beatrix von Storch, stattfinden. Wir bitten Sie diese Veranstaltung wieder abzusagen.

Ihre bürgerliche Maske hat die Partei spätestens seit dem Abgang von Bernd Lucke, Hans-Olaf Henkel und Frauke Petry fallen gelassen. Durchgesetzt haben sich bundesweit extrem rechte Kräfte in der AfD, wie es auch der im November 2019 abgehaltene Bundesparteitag gezeigt hat. Der sog. „Flügel“ der völkisch-nationalistischen Kräfte in der AfD hat, trotz der Beobachtung durch den Verfassungsschutz seit Januar 2019, an Macht dazu gewonnen.

Auch in Hamburg ist der bürgerliche Lack der AfD ab. Das letzte konservative Feigenblatt, Prof. Jörn Kruse, hat die Partei Ende 2018 wegen der Zusammenarbeit mit Neonazis verlassen. Inzwischen warnt Kruse öffentlich vor der AfD und auch den beiden Hamburger Spitzenkandidaten für die kommende Bürgerschaftswahl, Dirk Nockemann und Alexander Wolf. Auch die Hamburger AfD setzt fast ausschließlich auf Ressentiments. Die AfD verweigert sich den Tatsachen einer multikulturellen Gesellschaft, setzt stattdessen auf Spaltung und agitiert gegen Zugewanderte, Menschen mit Migrationshintergrund, Muslime und Geflüchtete. Sie hetzt gegen Politiker*innen anderer Parteien, die sie in den sozialen Medien an den Pranger stellt und sprichwörtlich zum „Abschuss“ frei gibt. Dabei nimmt sie Gewalt- und Mordaufrufe Dritter bewusst in Kauf. Die Abgeordnete von Berg (Grüne) wurde z.B. aufgrund eines gezielten Angriffs mit Vergewaltigungs- und Mordaufrufen überzogen.

Beatrix von Storch, die in Ihren Räumen sprechen soll, gehört zum rechten, evangelikalen Rand der Partei und macht vor allem gegen Homosexualität, Feminismus und Abtreibung mobil. Bundesweit bekannt wurde sie 2016 durch ihre unmenschliche Forderung Geflüchtete an der Grenze niederzuschießen, was sie auf Nachfrage auch auf Kinder bezog. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz führte in seinem Gutachten über die AfD 2019 fünf Zitate der Politikerin von Storch auf, welche gegen die Menschenwürde und die Religionsfreiheit im Grundgesetz verstoßen.


Ende 2017 hatten laut Statistikamt Nord 59,9% Menschen im Stadtteil Wilhelmsburg einen Migrationshintergrund. Es dürfte auch in Ihrem Interesse sein, die Nachbarschaft in dem Stadtteil nicht durch eine Vermietung an die rassistische AfD zu brüskieren. Hamburg ist schon seit Jahrhunderten von Einwanderung, internationalem Handel und Tourismus geprägt. Eine Raumvergabe für dumpfe Deutschtümelei ist mit diesem weltoffenen Image unserer Stadt schwer vereinbar. Die Maritim-Hotels, eine der großen deutschen Hotelketten, vermietet der AfD schon seit 2017 keine Räume mehr. In Berlin ist die Ablehnung gegenüber der AfD inzwischen so groß, dass in diesem Herbst niemand mehr an diese vermieten wollte. Und auch in Hamburg ist fast keine private Einrichtung mehr bereit an die AfD zu vermieten. Sie befinden sich also in guter Gesellschaft, wenn Sie diesmal der AfD Ihre Räume verweigern.


Bezüglich rechtlicher Fragen zur Kündigung von Verträgen mit rechten Organisationen empfehlen wir Ihnen eine Broschüre des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa) Berlin und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MbR) und/oder eine Beratung durch das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus der Stadt Hamburg:
https://hamburg.arbeitundleben.de/mbt

Zur Information ging dieser Offene Brief auch an die Hamburger Medien.

 

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Hamburger Bündnis gegen Rechts

img 0066 1

Unsere früheren Aktivitäten findet Ihr im Archiv