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Noch nicht einmal Aufklärung, Gedenken an Süleyman Taşköprü

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts unterstützt den Aufruf der "Initiative 19. Februar Hanau" Bild Hanau Untersttzungsaufruf

Am 22. August 2020 nach Hanau zur Demonstration gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Die Demonstration am 22.8.2020 findet breite Unterstützung – von Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky bis Die Vielen, von Amelie Deuflhard bis Pro Asyl, von Ibrahim Arslan bis Initiative Schwarze Menschen in Deutschland.

Unterstützungsaufruf

 

 

#HamburgnachHanau

Ein halbes Jahr nach dem rechtsterroristischen Anschlag findet am 22. August 2020 eine Großdemonstration statt zu der die Angehörigen und Überlebenden in Hanau aufrufen:

Wir kämpfen seit jenem Tag. Und wir werden nicht aufhören. Denn in den letzten 5 Monaten wurde viel versprochen und wenig geliefert. Wir lassen uns nicht stumm stellen und wir geben uns mit Beileidsbekundungen und warmen Worten nicht zufrieden. Der Rassismus ist nicht verschwunden, nur weil Politiker dieses Mal das Problem nicht mit Schweigen, sondern mit Reden unter den Teppich gekehrt haben.


Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Tat des 19. Februar 2020.Bild Hamburg Nach Hanau Gemeinsame Anreise
Wir fordern politische Konsequenzen.
Wir fordern Gerechtigkeit und Unterstützung.
Wir fordern ein angemessenes Erinnern.

Aus Hamburg wird es eine organisierte gemeinsame Busanreise geben.

Alle, die nicht mit nach Hanau kommen können, rufen wir auf am gleichen Tag am
Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân in Hamburg teilzunehmen.

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Aufruf zur Demonstration und Kundgebung in Hamburg
Mittwoch 19. August 2020 / 18 Uhr S-Bahnhof Veddel
von dort Demo zum Stübenplatz

Sechs Monate nach den rassistischen Morden von Hanau:

Erinnerung - Gerechtigkeit – Aufklärung – Konsequenzen

Am 19. August wird es sechs Monate her sein, dass ein Rassist in Hanau neun junge Menschen erschossen hat. Diesem Verbrechen gingen Warnungen voraus, die nicht ernst genommen wurden. Es gibt viele bekannte Nazis, die bewaffnet sind. Die Polizei tut nichts dagegen. Stattdessen kontrolliert und schikaniert sie oft die Betroffenen von rassistischer Ausgrenzung.
Vor und nach dem Anschlag von Hanau gibt es behördliches Versagen. Es bleiben viele offene Fragen, die nicht beantwortet werden.
Heutzutage ist es bereits ein Erfolg, dass so eine Tat als das anerkannt wird, was sie war: Purer Rassismus. Kein verwirrter Einzeltäter. In den letzten 5 Monaten wurde viel versprochen und wenig geliefert. Damit wollen wir uns nicht zufriedengeben.

Wir werden nicht auf den nächsten Anschlag warten!
Wir fordern Aufklärung und Konsequenzen.

Zum 19. August rufen die Angehörigen und Überlebenden gemeinsam mit antirassistischen Initiativen aus Hanau bundesweit zum Gedenken und zu Demonstrationen auf.

Auch wir in Hamburg folgen diesem Ruf, denn rechter Terror ohne Aufklärung und Konsequenzen, rassistische Polizeigewalt und rechte Netzwerke in den Sicherheitsorganen sind keine Einzelfälle. Auch in Hamburg ist es Realität, dass Rassismus tötet!
Der NSU ermordete hier in Hamburg Süleyman Taşköprü.
Im S-Bahnhof Veddel, wo unsere Demonstration beginnt, wurde 2017 ein Sprengstoffanschlag verübt. Der inzwischen verurteilte Täter ist ein bekannter Neonazi.

Rassismus und neoliberale Politik spaltet, hetzt uns gegeneinander auf, diskriminiert und entwürdigt viele Menschen. Gemeinsam gedenken wir der Opfer dieser tödlichen Politik und gemeinsam entwickeln wir unseren Widerstand.

Kommt deshalb am 19. August zum Veddeler Bahnhof

• Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Tat des 19. Februar 2020.
• Wir fordern politische Konsequenzen, den Rücktritt aller Verantwortlichen, insbesondere des hessischen Innenministers Beuth.
• Wir fordern Gerechtigkeit und Unterstützung für die hinterblieben Familien.
• Wir fordern ein angemessenes Erinnern.

Campus Grün
DIDF Hamburg
DIDF Jugend Hamburg
Hamburger Bündnis gegen Rechts
Internationaler Jugendverein Hamburg
Interventionistische Linke Hamburg
Omas gegen Rechts Hamburg
Seebrücke Hamburg

Vor 35 Jahren wurde hier in Langenhorn Mehmet Kaymakçı mit rassistischer Absicht brutal ermordet.

Es macht hilflos und wütend an einem Ort, an dem ein rassistischer Mord begangen wurde, zu stehen und zu wissen, dass der Mord an Mehmet Kaymakçı kein Einzelfall war und sich seitdem nichts geändert hat.

Immer wieder wurden in der BRD Menschen aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Herkunft ermordet. In den Medien und im juristischen Sprachgebrauch wurden die Taten nicht als rassistische Morde bezeichnet. Begriffe wie „Tötung mit Todesfolge“ oder „Mordversuch“ sind eine sprachliche Verharmlosung der gewaltvollen, menschenverachtenden Morde.

Besonders perfide sind die Beschuldigungen gegen Angehörige nach rassistischen Morden. Häufig wurden sie Zielscheibe der Verdächtigungen seitens der Ermittlungsbehörden. Die mehrfachen traumatisierenden Befragungen und Unterstellungen haben viele der Angehörigen erleiden müssen.

Statt Mitgefühl und Hilfe bei der Aufklärung haben sie nur Verdächtigungen und Beschuldigungen erfahren müssen!

Auch hier in der angeblich weltoffenen Stadt Hamburg gab und gibt es weiter rassistische Angriffe und Morde. Wie in dem Fall von Süleyman Taşköprü wurde nicht einmal ein Untersuchungsausschuss eingerichtet. Die Wünsche der Angehörigen, die Tatorte nach den Opfern zu benennen, werden nicht oder nur unangemessen erfüllt.

Wenn es weiter keine transparente Aufklärung gibt, bleiben Strukturen des institutionellen Rassismus bestehen und können nicht benannt und abgebaut werden. Es gibt hier in Hamburg, auch wenn immer wieder offizielle Betroffenheit zu Schau gestellt wird, keinen Willen gegen den Rassismus in Behörden, Polizei und Staatschutz vorzugehen.

In der öffentlichen Darstellung werden rassistische Taten oft als Ortsbezeichnungen oder Begriffe genannt. Die Namen der vielen Opfer bleiben aber ungesagt: Hinter Langenhorn, Landwehr, Lübeck, Mölln, Solingen, Rostock, Hoyerswerda, NSU-Komplex, Halle, Hanau verbergen sich ermordete Menschen mit Namen und Geschichten.

Gibt es ein echtes öffentliches Interesse an den Menschen, den Opfern, den Überlebenden und ihren Angehörigen und Freund*innen?

Sind es Momentaufnahmen des Sensationsjournalismus? Wo bleibt das Erinnern?

Den Wünschen der Angehörigen muss zugehört werden. Ihre Forderungen müssen beachtet und nach ihren Vorstellungen umgesetzt werden.

Die Erinnerungen und die Erinnerungspolitik muss Teil der gesamten Gesellschaft werden. Und die Institutionen müssen transparent auf ihre rassistischen Verstrickungen überprüft werden.

Mehmet Kaymakçı – ein Opfer eines rassistischen Mordes, sein Leben und sein Name soll nicht vergessen werden!

 

Redebeitrag des HBgR am 24.7.2020, Gedenkveranstaltung für Mehmet Kaymakçı
 

Redebeitrag des HBgR bei der Kundgebung am 28. 06.2020:

Der Bau des Denkmals durch völkische KreiseBismarck muss fallen. jpg

Die Förderer des Bismarck-Denkmals in Hamburg standen noch weiter rechts, als der Eiserne Kanzler selbst und gehörten soziologisch zum Hamburger Großbürgertum, politisch jedoch größtenteils zum völkischen Nationalismus und den Wegbereitern der NS-Diktatur. Der erste Spendenaufruf erfolgte in Hamburg 1898 vor dem Hintergrund der Erinnerung an die „unsterblichen Verdienste des Fürsten für die Einheit des Vaterlands und sein Denkmal als Mahnung an die Treue zu Kaiser und Reich“ und wurde v.a. von Mitgliedern des rassistischen und antisemitischen „Alldeutschen Verbandes“ getragen, der Bismarck vor seinem Tode zum Ehrenvorsitzenden gewählt hatte. Dem späteren „Bismarck-Denkmal-Comité“ gehörten Hamburger Bankiers, ein Bürgermeister, Senatoren, Reeder und Kaufleute an, ihr Vorsitzender war der Bankier Max von Schinkel, zeitweiliger Präsident der Handelskammer, Mitglied im Stahlhelmbund, in der Deutsch-Nationalen Volkspartei (DNVP) und Ehrenpräsident des Hamburger Nationalklubs. Von Schinkel begrüßte 1933 die Machtübertragung an Hitler.
Die Hamburger Pfeffersäcke wollten Bismarck ein monumentales Denkmal errichten aus Dank für dessen Politik, für die Bekämpfung der Arbeiter*innen-Bewegung, die Reichseinigung und die damit verbundenen Vorteile für die Handelsstadt Hamburg und auch für die Erschließung von Kolonien unter Bismarcks Kanzlerschaft. So ist es kein Wunder, dass u.a. die Hamburger Kolonialisten William O´Swald und Adolph Woermann dem Bismarck-Komitee angehörten. Woermann profitierte z.b. auch stark von dem Völkermord an den Herero und Nama im heutigen Namibia durch die deutschen Kolonialtruppen.
Der Bau des Denkmals war keineswegs staatliche Sache, sondern wurde privat finanziert, denn Teile des Kleinbürgertums und die gesamte Arbeiter*innenklasse lehnten die Bismarckverehrung ab.

Bismarck stoppen!

Kein Denkmal für einen Kolonialakteur

Während in Antwerpen die Statue des belgischen Königs Leopold II abgebaut wurde und Denkmäler von Verantwortlichen der Sklaverei gestürmt werden, soll in Hamburg das Bismarck-Denkmal für 9 Millionen Euro restauriert werden.

Bismarck war nicht nur ein bedeutender Nutznießer und Mitspieler im deutschen Kolonialismus, er war auch verantwortlich für die Sozialistengesetze von 1890, in denen er versuchte gegen die gewerkschaftliche und sozialistische Bewegung vorzugehen.

Als erster „starker deutscher“ Reichskanzler diente und dient der Aristokrat von Bismarck der extremen Rechten als Blaupause.

Keine Huldigung des deutschenationalen Reichskanzlers in Hamburg!

Kundgebung Bismarck-Denkmal stoppen, am Sonntag 28.6.20, 12 - 13 Uhr,
Helgoländer Allee/Alter Elbpark

Hier zum Aufruf

Impressionen #SoGehtSolidarisch 14.06.2020

2020 06 14 Menschenkette unteilbar 102a  2020 06 14 Menschenkette unteilbar 119  2020 06 14 Menschenkette unteilbar 180  2020 06 14 Menschenkette unteilbar 167

Band der Solidarität - Abstands-Menschenketteunteilbar HH 14062020

Hier findet ihr die Aufteilung der verschiedenen Streckenabschnitte - wählt euch einen Streckenanschnitt, an dem ihr mitdemonstrieren möchtet.

Da es für das gute Gelingen Voraussetzung ist, dass jede 5. Person Ordner*in ist, bitten wir um eure Unterstützung indem ihr vor Ort eine Armbinde nehmt, wenn ihr darum gebeten werdet & bringt gerne Transparente mit!

Reesendamm (Rathausmarkt) – Ballindamm Ecke Alstertor / HBgR
Ballindamm Ecke Alstertor – Ballindamm Ecke Glockengießerwall / Solidarische Stadt
Glockengießerwall (Kunsthalle) – Ernst-Merck-Straße – Heidi-Kabel-Platz / Jugendverband
Kirchenallee Ecke Ernst-Merck-Straße – Kirchenallee Ecke Steintorplatz / Seebrücke
Lampedusa Zelt – Adenauer Allee – Kreuzweg – Stralsunder Straße – Hansaplatz – Bremer Reihe bis Ecke Kirchenallee / HBgR
Adenauer Allee – Beim Strohause / Kritische Jurist*innen
Lampedusa Zelt – Brockesstraße – Kurt-Schumacher-Straße bis Berliner Tor / DIDF
Rathausmarkt / HBgR
Mönckebergstraße Ecke Rathausmarkt – Mönckebergstraße Ida-Ehre-Platz / HBgR
Mönckebergstraße Ecke Ida-Ehre-Platz – Mönckebergstraße Ecke Steintorwall / attac
Lombardsbrücke / Omas gegen Rechts
Neuer Jungfernstieg / Ende Gelände
Jungfernstieg / Die Linke
Jungfernstieg – Gänsemarkt – Valentinskamp Ecke Caffamacher Reihe / Kritische Jurastudierende

Mit der Bitte an alle Teilnehmer*innen im Rahmen des Infektionsschutzes verantwortungsvoll zu demonstrieren und die Hinweise der Ordner*innen zu beachten.

Wir demonstrieren verantwortungsbewusst und mit Abstand.
Zeigt mit uns auf der Straße und im Netz #SoGehtSolidarisch!


Gegen jegliche Ausgrenzung und Diskriminierung – gleiche Rechte für alle Menschen! Für eine solidarische Gesellschaft für alle Menschen!

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Unsere früheren Aktivitäten findet Ihr im Archiv