Pressemitteilung von Aufstehen gegen Rassismus Hamburg (AgR), 07.02.2017
500 Menschen verhindern AfD-Veranstaltung
 
Am Dienstag, den 07.02. wollte der AfD-Fraktionsvorsitzende Jörn Kruse im Hamburg-Haus Eimsbüttel zum Thema öffentlich-rechtliche Medien referieren. 500 Demonstrantinnen bekundeten vor dem Haus lautstark und solidarisch ihren Protest gegen rechte Hetze und Menschenfeindlichkeit. Angesichts dieses entschlossenen Protests und der Anwesenheit kritischer Menschen im Veranstaltungsraum entschlossen sich die Veranstalter, den geplanten Vortrag frühzeitig abzubrechen.
 
Das Bündnis Aufstehen gegen Rassismus hatte zur Kundgebung vor dem vom Bezirk verwalteten Hamburg-Haus Eimsbüttel aufgerufen, um gegen die undemokratische und menschenverachtende Politik der AfD zu protestieren. Diesem Aufruf waren etwa 500 Menschen aus allen politischen Spektren gefolgt, die sich bunt, lautstark und entschlossen vor dem Bürgerhaus versammelten. Mit Hilfe einer Abstimmung im Veranstaltungsraum konnte der AfD-Vortrag demokratisch beendet werden, sodass der Referent Jörn Kruse und der Namensgeber der veranstaltenden Stiftung Fred Anton das Haus noch vor dem offiziellen Beginn um 18:30 Uhr verließen. Neben Redebeiträgen der IG Metall Jugend, des Hamburger Bündnisses gegen Rechts und der Linksfraktion in der Eimsbütteler Bezirksversammlung sowie spontanen Grußworten einzelner Demoteilnehmer beeindruckte die Teilnehmenden der Kundgebung vor allem die Rede eines Mitglieds des Auschwitz-Komitees, das sich regelmäßig im Bürgerhaus trifft: „Auf den Stühlen des Hamburg-Hauses, auf denen die AfD-Sympathisanten heute Abend Platz nehmen, sitzen eigentlich die Opfer des Faschismus, die Überlebenden der Euthanasie und des Holocausts. Dass die AfD hier Veranstaltungen abhält, ist verabscheuenswürdig!“ Das Bündnis Aufstehen gegen Rassismus machte in ihrem Beitrag deutlich, dass ein konstruktiver Dialog mit der AfD nicht möglich sei. Stattdessen nutze die AfD die ihr gebotenen Plattformen, um mit gezielten Provokationen rassistische, nationalistische und antifeministische Positionen salonfähig zu machen. Ausdrücklich lobte die Sprecherin die Entscheidung des Bürgerhauses Wilhelmsburg, das sich vor kurzem dazu entschlossen hatte, keine Räume mehr an die AfD zu vermieten, seitdem aber mit heftigen politischen Attacken auch anderer Parteien der Hamburgischen Bürgerschaft zu kämpfen hat.
 
Das aufrufende Bündnis Aufstehen gegen Rassismus hat sich mit dem Ziel gegründet, der AfD die längst überfällige politische Niederlage beizubringen. Dazu  betreibt es antirassistische Bildungsarbeit, veranstaltet Kundgebungen und ermutigt die Zivilgesellschaft, gegen menschenverachtendes Denken und Handeln aktiv zu werden. In ihm engagieren sich neben unterschiedlichen Akteuren des politischen und zivilgesellschaftlichen Spektrums auch Einzelpersonen, die dem gesellschaftlichen Rechtsruck nicht länger tatenlos zusehen wollen. Auch in Hamburg hat sich das Bündnis mit einer Regionalgruppe konstituiert und wird den bevorstehenden AfD-Wahlkampf in der Hansestadt und bundesweit offensiv und lautstark begleiten.