Kein Platz für Nazis in Hamburg - nicht in den Parlamenten, nicht im Stadtteil, nicht im Betrieb

Willkommen auf der Seite des Hamburger Bündnis' gegen Rechts!


 

 Flyer hier als PDF


 

100 Jahre Erster Weltkrieg
Technisierung und Massenvernichtung

19. Juli – 03. August 2014

Unter dem o.g. Titel finden im Rahmen des Ohlsdorfer Friedensfestes 2014 zahlreiche Veranstaltungen an den Sammelgräbern der Bombenopfer auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, um der Opfer der Weltkriege und des Nationalsozialismus zu erinnern. Der Zweite Weltkrieg hat auch Wuzeln und Ursachen im Ersten Weltkrieg.

Neonazis haben bei Kundgebungen auf den Gräbern der Bombenopfer zwischen 2003 und 2009 diese mißbraucht, um die Ursachen des Zweiten Weltkrieges umzudeuten und die Verbrechen des Nationalsozialismus zu relativieren. Mit dem Ohlsdofer Friedensfest wird diesen Versuchen durch Präsenz und konstruktiven Gegenentwurf entgegengetreten. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts arbeitet von Beginn an in dem Bündnis mit.

Programm Flyer hier


 Im Rahmen des Ohlsdorfer Friedensfestes lädt
das Hamburger Bündnis gegen Rechts zu einer Filmvorführung und anschließender Diskussion ein:

FILM: SOUND IN THE SILENCE

(von Jens Huckeriede, Thede Filmproduktion)

 Sa., 26.07.14, 14 Uhr
Bestattungsforum
neben dem Café Fritz
(Eingang Ohlsdorfer Friedhof, S-Bahn Ohlsdorf)

präsentiert von Griet Gäthke
die Diskussion wir begleitet von einer  jungen Teilnehmerin des Projektes Film über Erinnerungs- und Verständigungskultur

Film über Erinnerungs- und Verständigungskultur

Der Film dokumentiert die Erarbeitung einer Performance von Schülern aus Koszalin/Polen und Hamburg in dem ehemaligen Konzentrationslager Neuengamme. Unter der Anleitung von Tänzern, Musikern und Rappern aus New York, San Francisco und Hamburg lassen sich die Jugendlichen fünf Tage lang auf diesen Ort und seine Geschichte ein. Trotz anfänglicher Vorbehalte und offen geäußerter Ängste, ausgerechnet hier zu tanzen oder zu singen, beginnt ein Prozess, in dem die Schüler beider Nationen eine eigene, sehr bewegende Ausdrucksform finden, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Gerade angesichts dessen, dass leider die Zeitzeuginnen versterben, ist es umso wichtiger neue Formen der Erinnerungskultur zu entwickeln .

Der Film zeigt beispielhaft, wie dies auch international möglich ist.

Im Anschluss bleibt Zeit und Raum für Fragen und Diskussion. Für einen kleine Imbiss ist gesorgt.

 


Eine Straßenumbenennung kann Aufklärung nicht ersetzen!

Gemeinsame Presseerklärung zur Einweihung der Tasköprüstraße am 26. Juni 2014 in Gedenken an das Mordopfer des NSU 

Am 27. Juni 2001 wurde Süleyman Tasköprü in Hamburg vom rechtsterroristischen Netzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet. 13 Jahre später wird nun eine Straße nach ihm benannt. Auch wir gedenken heute Süleyman Tasköprüs und begrüßen ein dauerhaftes Andenken an ihn in Form einer Straßenumbenennung. Allerdings wurde dafür nicht die Schützenstraße, in der er in seinem Geschäft ermordet wurde, ausgewählt, sondern eine Parallelstraße, die Kohlentwiete. Eine weitestgehend unbewohnte Straße durch eine Brachfläche, abseits vom Publikumsverkehr. Als Grund der Nicht-Umbenennung der Schützenstraße wurde eine Gesetzeslage bemüht, nach der historische Straßen in Hamburg nicht mehr umbenannt werden dürften. Was für den Hamburger Unternehmer Werner Otto im August 2013 möglich war, die Umbenennung der Wandsbeker Straße in Werner-Otto-Straße, soll für Süleyman Tasköprü nicht gelten.

Die Stadt Hamburg brüstet sich öffentlich, die erste Stadt zu sein, die eine Straße nach einem NSU-Opfer umbenennt. Dass es einen Platz in Kassel gibt, der nach dem dort vom NSU ermordeten Halit Yozgat benannt ist, wird dabei vergessen.
Als der NSU 2011 bekannt wurde, gab es von offizieller Hamburger Seite das Versprechen einer lückenlosen Aufklärung. Knapp drei Jahre später steht fest, dass sich die verantwortlichen Behörden – Polizei, Verfassungsschutz und Staatsanwaltschaft – gegen jegliche Aufklärungs-bemühungen sperren. Die offizielle Variante: In Hamburg ist im Grunde alles in Ordnung.

Bei näherer Betrachtung gibt es jedoch wesentliche Punkte, die einer Aufarbeitung bedürfen.
Wie bundesweit, so sind auch für die Hamburger Polizei einseitige Ermittlungen zu konstatieren, die auf institutionellen Rassismus schließen lassen. Ermittelt wurde in Hamburg, trotz mehrerer Hinweise durch ZeugInnenaussagen auf einen rassistischen Hintergrund, stets nur in Richtung organisierter Kriminalität. Für die Versicherung des Hamburger LKAs, man habe den Ermittlungsansatz „neonazistischer Hintergrund“ akribisch bearbeitet, finden sich in den Akten der damaligen Ermittlungen keinerlei Belege. 2003 stellte die Hamburger Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein und blieb bis 2005 dabei, obwohl die Serie sich fortsetzte. In der dann gegründeten bundesweiten Ermittlungsgruppe BAO Bosporus intervenierten Hamburger ErmittlerInnen und widersprachen vehement einer Fallanalyse, die einen rassistischen Hintergrund in Betracht zog. So wurde dieser Ansatz nie öffentlich gemacht.

Führende Hamburger Neonazis waren Anfang der 1990er Jahre prägend für den Aufbau neonazistischer und rechtsterroristischer Strukturen auch in Ostdeutschland und verfügten über hervorragende Kontakte nach Thüringen. Aussagen gehen sogar soweit, dass dortige Aktionen aus Hamburg gesteuert wurden. Auch persönliche Begegnungen mit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe können inzwischen als belegt gelten. Glaubt man dem Hamburger Verfassungsschutz, dass er an dieser Szene sehr nah dran gewesen sei und dies auch noch ist, dann wurden die entscheidenden Informationen entweder verpasst oder bis heute zurückgehalten.

Im Mai wurde öffentlich bekannt, dass dem Hamburger Verfassungsschutz durch einen V-Mann eine CD mit der Aufschrift „NSU/NSDAP“ übergeben wurde. Weitere Informationen verweigert das LfV Hamburg. Quellenschutz geht über Aufklärung.
 Aysen Taºköprü, eine Schwester des Mordopfers, fordert in ihrem offenen Brief an Bundespräsident Gauck Antworten, das sei alles was sie noch wolle. Genau diesen Wunsch verweigern ihr die Hamburger Behörden konsequent. In Ausschusssitzungen werden jene, die diese Antworten versuchen zu finden, gar verlacht.

Ganz klar muss sein: Für Hamburg gibt es noch viel aufzuklären. Eine Straße ersetzt diese Aufklärung nicht. Es darf kein Schlussstrich gezogen werden. Richtig ist dagegen die Forderung der NebenklagevertreterInnen der Familie Taºköprü nach einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Hamburg. Was in Hessen und Nordrhein-Westphalen möglich ist, muss auch in Hamburg auf die Tagesordnung.

Hamburger Bündnis gegen Rechts
,
Radiosendung (FSK) „Ein Prozess – Ein Land – Keine Gesellschaft – Viel NSU“,
Vorbereitungsgruppe der Veranstaltungsreihe „Vom rassistischen Normalzustand zum Nationalsozialistischen Untergrund,
“
Internetprojekt http://www.nsu-tatort-hamburg.org

Presserklärung hier als PDF


Riesenerfolg!

Mehr als 1.500 Menschen beim
3. Lauf gegen Rechts!
am 1. Juni 2014




Hier unsere Bildergalerie:

   

   

   

   

   

    

 

siehe auch:

www.facebook.com/LaufGegenRechts
www.fcstpauli-marathon.de/gegenrechts



"LAUF GEGEN RECHTS“ 2014 der Marathonabteilung des FC St. Pauli

Auch 2014 setzen wir von der Marathonabteilung des FC St. Pauli mit einem erneuten „Lauf gegen Rechts“ ein Zeichen gegen Faschismus und Rassismus!

Nach unserem ersten „Lauf gegen Rechts“ 2012, der Teil der Aktionen gegen den menschenverachtenden „Tag der deutschen Zukunft“ der Neonazis in Hamburg war, haben wir den Lauf 2013 mit der gleichen Zielsetzung und über 750 TeilnehmerInnen wiederholt.

2014 findet der „Tag der deutschen Zukunft“ am 7.6. in Dresden statt. Bundesweit wird gegen diesen Nazi-Aufmarsch mobilisiert. Wir unterstützen die Mobilisierung am 1.6.2014 mit unserem „Lauf gegen Rechts": 7,4 km linksrum um die Alster; Start und Ziel wie gewohnt auf der Grillwiese am Schwanenwik, Startzeit: 10 Uhr.

Wir spenden die Erlöse der Veranstaltung auch dieses Mal wieder komplett dem Hamburger Bündnis gegen Rechts, um die weiteren Aktivitäten in der Stadt gegen Faschismus und Fremdenhass kontinuierlich zu unterstützen.

Wir sehen uns wieder 2015

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Rechtspopulisten demaskieren!

Pressemitteilung des Hamburger Bündnis gegen Rechts

zum AfD-Wahlkampf mit Hans-Olaf Henkel

Am Dienstag, den 6. Mai 2014, tritt Hans-Olaf Henkel in Hamburg-Wandsbek auf, um für die Wahl der Alternative für Deutschland (AfD) zu werben. Henkel ist stellvertretender Vorsitzender der AfD und tritt zur Wahl des europäischen Parlaments auf Listenplatz 2 an. Seine Person und politische Ausrichtung kann exemplarisch gesehen werden für den nationalliberalen Kurs der AfD – die Verbindung eines marktradikalen Neoliberalismus mit einer rechtspopulistischen Bezugnahme auf die Nation.

Mit rechtspopulistischen Forderungen wie „Raus aus dem Euro“,  und Slogans wie „Mut zu Deutschland“  inszeniert die AfD Deutschland als Opfer der europäischen Krise, was angesichts der durch die deutsche Regierung forcierten Troika-Politik und deren verheerenden Folgen für die Bevölkerungen im südlichen Europa mehr als menschenverachtend ist.

Die Leitung der AfD bemüht sich, ein seriöses Image zu wahren und jegliche Nähe ihrer Mitglieder zu extrem Rechten abzustreiten. Zahlreiche Äußerungen im Netz zeugen jedoch von der rassistischen Haltung vieler Mitglieder. In führenden Positionen und auf vorderen Listenplätzen finden sich außerdem immer wieder ehemalige Mitglieder von Parteien, wie der rechtspopulistischen Die Freiheit. So kandidiert z.B.  deren ehemaliger Hamburger Landesvorsitzender Jens Eckleben zur Bezirkswahl im Mai. Am Aufbau der AfD beteiligt waren weiterhin ehemalige AkteurInnen der Parteien Pro Deutschland, Die Republikaner und der Schill-Partei PRO. Die AfD-Jugendorganisation Junge Alternative fiel kürzlich bundesweit durch das Beherbergen mehrerer Angehöriger der extrem rechten Burschenschaftlichen Gemeinschaft auf.

Die AfD ist eine Partei, die marktradikale Forderungen aufstellt, die viele Menschen ins soziale Desaster führen würden, und gleichzeitig einen Rechtspopulismus an den Tag legt, der die „Deutschen“ zum Opfer stilisiert und rechtskonservatives Gedankengut transportiert. Diese Verbindung macht sie zu einem idealen Auffangbecken für viele VertreterInnen rechter Geisteshaltung.

Susanne Korinski für das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HbgR):

„Die AfD surft auf einer Welle rassistischer Ressentiments und präsentiert ihre wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Forderungen nicht ohne Grund durch Hans-Olaf Henkel.“

Hans-Olaf Henkels Vita ist geprägt von Posten auf den hohen Ebenen der Wirtschaft. Der ehemalige IBM-Manager war Präsident des Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und Berater der Bank of America,  bis zum Beginn seiner Aktivitäten in der AfD war er in verschiedensten Aufsichtsräten von Großunternehmen vertreten. Er ist ein Vertreter von Kapitalinteressen im ganz klassischen, marktradikalen Sinne und will den Sozialstaat eindampfen. In diesem Menschen- und Gesellschaftsbild gibt es zwangsläufig GewinnerInnen und VerliererInnen, die für ihr Schicksal selbst verantwortlich sind. Da passt es gut, dass Thilo Sarrazin mit seinen rassistischen Thesen  die Gründe für soziale Ungerechtigkeit bei den Betroffenen selbst verortet. Henkel feierte Sarrazin daher als „deutschen Widerstandskämpfer im besten Sinne des Wortes“. Er habe den vermeintlichen Tabubruch getätigt, den die AfD nun versucht, in die Parlamente zu tragen.

Dieser lupenreinen Politik im Interesse von Unternehmen und ArbeitgeberInnen, verkoppelt mit einer rassistischen Deutung gesellschaftlicher Verhältnisse, werden wir mit Protest und Aufklärung begegnen. Wir treten für eine solidarische Gesellschaft ein. Unmittelbar dürfen wir Positionen in der Öffentlichkeit nicht akzeptieren, die anschlussfähig sind für die extreme Rechte. Nazis blockieren, Rechtspopulisten demaskieren heißt die Devise. Rechte Ideologie dulden wir nicht in der Nachbarschaft, nicht in Betrieben und nicht in Parlamenten.

Für die anstehenden Wahlen zum EU-Parlament und Bezirken heißt das: Wir rufen alle auf, der AfD ihre seriöse Maske zu entreißen und zu benennen, um was für eine Partei es sich hier handelt – eine Partei, die mit ihren rechten Positionen keinen Platz in dieser Gesellschaft haben darf.

Hamburg, 04.05.2014

Hamburger Bündnis gegen Rechts



 

 

 

Unsere Aktivitäten 2013 und älter findet Ihr unter Archiv


 




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       Broschüre
  zur NPD Hamburg

 

  
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